Frieden und Freiheit allen Menschen im Nahen Osten

Da ich persönlich nicht an der heutigen ››› Wiener Kundgebung gegen den Al Quds-Tag teilnehmen kann, wurde ich gebeten eine Grußbotschaft zu verfassen, die verlesen wird. Hier der Wortlaut:

Seit Jahrtausenden strebt die Menschheit nach Frieden und Freiheit, nach Überwindung von Hass und Intoleranz. Jeder Tag dieses Strebens ist auch ein Ringen des Menschen mit sich selbst. Denn der Hass kommt von alleine, die Liebe hingegen braucht das Zutun des aktiven und freien Menschen. Es ist eine Aufgabe, die wir gemeinsam gestalten müssen, eine Aufgabe, die wir aktiv ergreifen müssen, sonst keimt der Hass. Er wächst von alleine, wo die aktive Liebe und die aktive Toleranz fehlt. Dabei wird er weiteres Leid produzieren, das wiederum Nährboden für neuen Hass sein kann.

Wir hier wollen jene aktiven und freien Menschen sein. Mit dem Bewusstsein, dass unser Wirken eben keine Wirkung haben kann, die gleichsam automatisch entsteht, sondern unserer andauernden Gestaltungskraft bedarf. Wir müssen jeden Tag von Neuem beginnen – weil Freiheit und Frieden den aktiven und freien Menschen als täglich neue Quelle benötigen.

Der Al Quds-Tag ist das genaue Gegenteil von Freiheit und Frieden, er proklamiert in seiner Wahnhaftigkeit, all jene zu vernichten, die dort nicht sollen leben dürfen, wo ein ganz besonderes Schicksal sie hingeführt hat, um dauerhaft Heimat zu finden.

Er formuliert einen totalitären Anspruch, dem jene folgen, denen das einzelne Menschenleben so wenig wert ist, dass sie es in „einem heiligen Sturm des Hasses“ – wie die Hamas es unverblümt mitteilt – zu vernichten versuchen. „Hass“ und „Heilig“ kann nicht zusammengehen! Denn das Heil kann nur aus der Liebe kommen!

Darum wollen wir uns dem Al-Quds-Tag heute gemeinsam entgegenstellen!

Basis unseres Wirkens muss immer die Sehnsucht nach Frieden in der Region sein, nach Frieden zwischen der arabischen und israelischen Bevölkerung. Als geschichtsbewusste Menschen wissen wir, dass es eine Zukunft in der Region nur dann geben kann, wenn die Existenz des Staates Israel nicht mehr in Frage gestellt wird. Ob es ein Staat sein kann, der das politische Fundament für alle Menschen, aller Völker und Religionen bilden kann, wo Religionsfreiheit und politische Teilnahme für alle selbstverständlich ist, um alle Lebensfragen gemeinsam zu gestalten oder ob zwei Staaten notwendig sind, die in einer zusammenwachsenden Welt heute ohnedies nicht mehr auf ewig alleine stehen können, kann offen bleiben. Entscheidend ist der Friede, der Menschen guten Willens zukommen wird. Diese Zuversicht soll uns anfeuern weiterzuwirken.

Wir wenden uns – so wie alle Demokratinnen und Demokraten, Humanistinnen und Humanisten weltweit – gegen menschenverachtende Aktivitäten und Institutionen, wie es der Al Quds-Tag ist, an dem die Auslöschung eines ganzen Staates propagiert wird. Das muss – vor allem in einem Land wie dem unseren – mit aller Klarheit zurückgewiesen werden.
Wir stellen uns dem Hass aktiv entgegen. Wir rufen es laut und unmissverständlich von hier in die Welt hinaus: Frieden und Freiheit allen Menschen.

Peko Baxant
Abgeordneter zum Wiener Landtag
Vorsitzender der SPÖ-Mariahilf

(Verfasst am 2.8.2013 in Assisi unter Mitwirkung von Gerhard Schuster, zapata33.com)

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