7. Oktober 2010
Abschiebung: Fekters Wahlhilfe für Marek ist ein moralischer Tiefpunkt
Heute ist etwas passiert, was mir kurz die Sprache verschlagen hat. Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) schiebt 2 kleine Mädchen ab, deren Mutter im Krankenhaus liegt. Daß die Familie bereits gut integriert ist, tut auch nichts zur Sache. Die Familie hat in Oberösterreich einen Antrag auf Bleiberecht gestellt, der von Fekter ebenfalls abgelehnt wurdeWarum gerade jetzt? Hat sich Marek die Abschiebung bestellt?
Fekter hat JETZT entschieden, genau DIESE Familie JETZT abzuschieben. Sie hätte dies genauso vor einem Monat, in einem Jahr oder auch nie machen müssen. Sie schiebt dennoch JETZT ab, genau 3 Tage vor der Wienwahl, weil sie der Wiener ÖVP und Marek einen Gefallen tun will. Das Kalkül ist, der FPÖ die Rolle als Law and Order Partei streitig zu machen. Der ÖVP möchte ich Folgendes ausrichten: die SPÖ hat auch einmal versucht, die FPÖ rechts zu überholen (Stichwort Schlögl), die Rechnung wurde dann bei der Wahl präsentiert. Die Leute gehen lieber zum Schmied als zum Schmiedl. In diesem Sinne ist Fekter die beste Wahlhelferin für Kickl und Strache.
Nach Strasser-Rausschmiss von über 2000 Menschen aus dem Flüchtlingslager Traiskirchen ist dies nun der nächste Menschenrechtsbruch der ÖVP
Fekters Vorgangsweise widerspricht nicht nur ganz klar dem Artikel 8, Abs. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention, nach dem jede Person das Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens, ihrer Wohnung und ihrer Korrespondenz hat, sondern ist zudem von einer besonderen Kaltschnäuzigkeit, Willkür und Herzlosigkeit geprägt.
Doch nicht nur dieses Rambo-Vorgehen ist rechtswidrig, auch die blitzartig verhängte Schubhaft der neunjährigen Zwillinge verstößt gegen deren Kinderrechte. Zudem berichten einige Tageszeitungen, dass der Familie der Kontakt zu ihrer Rechtsberaterin verwehrt worden wäre.
Fälle wie diese zeigen einmal mehr, wie dringend notwendig die Schaffung einer klaren Rechtslage ist. Die SPÖ-Wien hat bereits mehrfach darauf hingewiesen und die Bundesregierung auch via Resolutionsantrag des Wiener Gemeinderates ersucht, die
vereinbarte Evaluierung des Fremden- und Asylrechts in Angriff zu nehmen und transparente und klare Regeln zu schaffen. Ein wichtiger Eckpunkt der Resolution war auch die Forderung, für besonders gut integrierte Personen - insbesondere Familien - die von einer Abschiebung bedroht sind, eine rechtliche Möglichkeit zum Verbleib in Österreich zu realisieren.
Die ÖVP hat zwar ein grundsätzliches Problem mit der Abtreibung, Kinder abschieben macht Fekter und Marek aber anscheinend Spaß
Wenn Minderjährige, die bereits 2/3 ihres Lebens in Österreich verbracht haben und so wie ihre Eltern gut integriert sind, von ihrer Mutter getrennt und in Haft genommen werden, dann
läuft etwas fundamental falsch. Es ist unwürdig und unfassbar, dass Kindern ein solches Trauma zugefügt wird, nur damit sich die Innenministerin als eiserne Lady positionieren kann.
Dieses Vorgehen ist zutiefst abzulehnen, unmenschlich, herzlos und unchristlich. Ich wende mich mit Abscheu ab und tue mir schwer, einen Unterschied zwischen FPÖ und ÖVP zu erkennen.




7 Kommentare
Diese geradezu leidenschaftliche Boshaftigkeit in unserem Land ist erschütternd.
von Der Urösterreicherpeter am 07. Oktober | #
http://klauswerner.com/2010/10/ja-ich-willin-einer-stadt-leben-in-der-keine-kinder-in-schubhaft-gesteckt-werden/
von Klaus Werner-Lobo am 07. Oktober | #
ach, schüssel hätte es wirklich damals anders machen sollen, hat österreich ins 19.jahrhundert zurückversetzt und jetzt werden die leichen ausgegraben ...
von maroon am 07. Oktober | #
von bernhard86 am 07. Oktober | #
HEUCHLER HEUCHLER HEUCHLER
zum anspeiben, wie die spö jetzt versucht kapital aus ihren eigenen versäumnissen zu schlagen. Hat Häupl protestiert, Faymann, Darabos, Hunstorfer, sonstwer? Billig, ekelhaft, grauslich
von markus mueller am 07. Oktober | #
Stehen wir auf für die, die sich nicht wehren können.
Stehen wir auf für die, die noch zu jung sind.
zwei 8-jährige Kinder, wer steht jetzt auf, heute nachmittag war es zu spät ?
Von Häupl, Faymann habe dazu ich kein Wort dazu gehört, ich bin mehr als enttäuscht, hier wurde ein Grenze überschritten, welche wir nicht überrschreiten dürfen.
Mfg, Mag. Dr. techn. Thomas Fürle
PS: Ich habe die restliche Kampagne der Kategorie Ich-bin-Wien sehr gut gefunde, aber seit gestern bin ich sprachlos über dieses Land.
von Thomas Fürle am 07. Oktober | #
Richtig ist - das ist ein Akt der Grausamkeit, so etwas dürfte in der Republik Österreich nicht möglich sein.
Die Kritik: weshalb schimpft Ihr nur?! Es hätte da garantiert eine Möglichkeit der Intervention gegeben (wir haben einen roten Präsidenten UND Kanzler!!!).
Wenn man nur mit eingezogenem Schwanz vor all den schwarzen Minister/inne/n kniet, und bitter lächelnd gute Miene zu deren bösem Spiel macht, darf man sich später nicht wundern, daß die Absolute in Wien am Sonntag fällt... ICH trage meinen bescheidenen Anteil dazu bei!
Ach ja, noch etwas: Euer Comic - köstlich! Terror-Rapper C H Heinrich - das Alter Ego EURES Terror-Rappers NAZAR, einem Gangsta mit ordentlich krimineller Energie?!
GRATULIERE!
von Der Herr Leopold am 08. Oktober | #