31. August 2010
„Taser-Vilimsky“ brennen die Sicherungen endgültig durch!

Die FPÖ hat sich mit ihrer Klagsdrohung gegen einen Hip Hop Künstler und mich heute endgültig als vermeintliche Jugendpartei demontiert. Im Frühjahr setzte es eine schwere Schlappe bei den Personalvertretungswahlen der Wiener Gemeindebediensteten, als die FPÖ bei den Lehrlingen von 47 auf 14 Prozent Zustimmung abstürzte. Im Sommer hat dann Strache großmäulig behauptet, er werde die Wiener Bäder besuchen, aber bezeichnenderweise blieb es bei der reinen Ankündigung. Nun hat FPÖ-Generalsekretär Vilimsky deutlich gemacht, dass er von moderner Jugendkultur absolut gar nichts versteht. Aber wer hätte etwas anderes erwartetet: Die Freiheitlichen sind nun einmal hoffnungslos von ‚vorgestern’!
Gerade Jugendkultur will und muss provozieren. Aber der FPÖ etwas über Kunst und Kultur beizubringen, wäre vergebliche Mühe. Schon jetzt, einen Tag nach Veröffentlichung, verzeichnet das Video MEINE STADT auf Youtube 20.000 Views. Ich bin mir sicher, der blaue Skandalisierungsversuch wird in kürzester Zeit für eine Verdoppelung sorgen. Die von Vilimsky zitierten Textpassagen seien jedenfalls bereits mehrere Jahre alt und stehen in keinerlei Zusammenhang mit der aktuellen Aktion. Wer selbst ständig andere diffamiert und Menschen gegeneinander aufhetzt, sollte sich nicht so wehleidig geben! Das ist der Gipfel der Unglaubwürdigkeit!
Ich bin übrigens schon gespannt, ob die FPÖ unser aller geliebte EAV klagen wird, da sie angeblich zum Überfallen von Banken auffordern.
Als Vilimsky zum "Taser-Vilimsky" wurde;-)
Schon vor zwei Jahren hat Vilimsky in einem bizarren Youtube-Video demonstriert, wie er nach einem Selbstversuch mit einer Elektroschockpistole (‚Taser’) wortwörtlich unter ‚Hyperspannung’ steht (Video siehe unten). Nun befindet sich Vilimsky offenbar in einem ähnlich hyperventilierenden Zustand – aber angesichts des immer näher rückenden Wahltermins ist das kein Wunder! Die heutigen Aussagen haben jedenfalls klar gemacht: Die FPÖ war und ist keine Partei für die Jugend.
"Taser-Vilimsky" fetzt sich selbst ab;-)
Foto: FPÖ-Vilimsky fetzt sich selbst mit einem Taser ab; Bildquelle: g1.globo.com




19 Kommentare
von Bürger am 31. August | #
von pekobaxant am 31. August | #
von Thomas Knapp am 31. August | #
Da demontiert sie sich ein bisserl als vermeintliche Jugendpartei, aber bei ihrer Zielgruppe, dem denk-fernen Teil der Jugend macht sie sich mit ihrem Moorhuhnverschnitt gleich wieder doppelt so beliebt.
von martin am 31. August | #
Natürlich ist die FPÖ eine Jugendpartei und die Partei der Zukunft. In der SPÖ hingegen grassieren extremistische und antidemokratische Tendenzen, das darf nicht sein!
von Freiheit am 31. August | #
Auf der anderen Seite haben wir eine neue SPÖ, welche sich für die Jugend einsetzt und diese über die Medien kontaktiert welche auch bei dem Publikum greifen, Hip Hop ist nunmal das Sprachrohr der heutigen Generation und ich sehe absolut nichts verwerfliches dran, wenn die SPÖ und speziell Herr Baxant die nötigen Mittel und Hilfe zur Verfügung stellt damit ein Lied wie "Meine Stadt" produziert werden kann. Die einzige message die ich aus diesen Lied rausfiltern kann ist, dass wir eine wunderschöne Stadt haben, und das wir mit Recht stolz drauf sein können in einer so lebenswerten Stadt zu leben, keine Spur von Hass kann ich hier raushören.
von ELNINO am 31. August | #
von Bürger am 31. August | #
Aber wenn diese Gewalt so eindeutig ist, dann sollte es für Sie ja kein Problem sein mir hier eine Textzeile zu zitieren und mir zu erklären wie genau sich die Gewalt in dieser Spiegelt.
von Elnino am 31. August | #
von pekobaxant am 31. August | #
Es könnte aber auch Methode der Rechten sein, jeden noch so bedeutungslosen Furz zu Gericht zu tragen, um die daran erstickende Richterschaft wieder öffentlichkeitswirksam vorführen zu können.
Auf der anderen Seite fände ich es gut, dass die FPÖ mit einer Klage wegen des Textes von Nazar vor Gericht zieht; gäbe es doch eine einmalige Chance darzulegen, dass geschmäcklerische Kritiken den Rechtsstaat nicht binden können. Mit derlei Unsinn hats schon im prüden Amerika der 50er Jahre Privatkläger aufgehaut, die literarische größen wie Allen Ginsberg oder William S. Burroughs wegen ihrer angeblich obszönen und gewaltverherrlichenden Inhalte vor den Kadi zerren wollten. Und gegen die sprachliche Radikalität ist die lyrische Schlagkraft des kritisierten Songs ein eher laues Lüfterl - was keine Kritik an der Treffsicherheit sein soll, sondern vielmehr deutlich macht, dass die bewusste und radikale Provokation eines William S. Burroughs wesentlich tiefer in kulturhistorische Sumpflandschaften eindrang, als dies überhaupt von Nazars Text versucht wird.
Die Emanzipation der Jugend vom Etablierten, Erwachsenen und Reifen ist gottseidank zu allen Zeiten unwuchtig, schrill, eigen, oft unreif, gerne obszön, und durchwirkt von verkausulierten Gewaltbildern dargestellt und weitergereicht worden. Dass sich der in seiner Traumschiffidylle einfach nur alt gewordene Bürger davor fürchtet, ist eher Anlass für Spott & Heiterkeit, als für Trollaktivitäten bei Gericht.
von Peter am 01. September | #
von Grigio am 01. September | #
Man muss nicht einmal besonders politisch sein, um die FPÖ und alles, womit sie sich befasst, Scheiße zu finden. Da genügt eigentlich schon ein durchschnittlich geprägtes bürgerliches Bewusstsein, eine halbwegs verinnerlichte christliche Haltung, und eine gesunde Portion Humanismus - Eigenschaften, die gottseidank den Großteil der Österreicher prägen
von WiederdieserPeter am 01. September | #
von Andi am 01. September | #
von EinandererPeterson am 01. September | #
@Andi es ist schade das Sie das so sehen, (die folgende Aussage dient nicht der Verteidigung sondern ist meine Meinung über Rap-Musik) Rapper werden oft missverstanden, und wer sich an den Ursprung dieser Musik (vor allem in Deutschland) erinnert weiss das Leute damals verklagt worden sind für sachen, die 1. nicht so gemeint waren wie sie ausgedrückt worden sind und 2. für sachen welche uns Heute mehr als lächerlich scheinen. Weder Ich noch sonst irgendwer weiss was in NAZAR´s Kopf vorgeganen ist oder wie er das gemeint hat, aber ich finde es spannend, das ich zwischen den ganzen Anti-Nazar Kampagnen nirgendwo ein interview mit dem Artist finden konnte in dem er mal konkret auf diese Textzeile angesprochen wird und auch die Möglichkeit hat sich zu rechtfertigen, dass würde ich viel interessanter finden als die Stellungnahme von Taser-Vilimsky oder sonstigen Anti-Nazar Videos
von elnino am 01. September | #
Und das es aus der blauen Ecke keine vergleichbare Gewaltverherrlichung (von den lustigen Messerstecherein in den Burschenschaften bis zu Straches Feuerwaffenode) wäre erfunden.
Was antidemokratische Tendenzen betrifft würde ich die weder der SPÖ noch der FPÖ unterstellen, zumindest dieses Jahr nicht - da gewinnt die ÖVP mit ihrem Verhalten bei der BP wahl.
von Sanzo am 02. September | #
von Ottakringer am 02. September | #
von ich am 03. September | #
Der Hörer von Raps (Besonders dann, wenn das Ansinnen seriös genug ist) werden durch die Musik und durch die Formgebung des Textes nachgerade dazu aufgefordert, sich den kausalen Zusammenhang des Rappers zu erarbeiten. Das ist in unserer konsumfreudigen Zeit nicht unbedingt opportun, bereichert aber in seiner künstlerischen Konsequenz tatsächlich das lyrische/literarische Verständnis des Zuhörers.
Sich dem allzu anbiedernden Verständnis des Bildungsbürgertums zu entziehen, der ach so oft zitierten Leitkultur, ist durchwegs verständlich und nachvollziehbar. Es scheint Nazar auszuzeichnen, dass ihn Menschen mit einer bestimmten gesellschaftlichen und politischen Gesinnung einfach nicht nur nicht verstehen, sondern ganz bewusst falsch auslegen.
Mich sprechen die Texte persönlich nicht so an - was mich jedoch nicht daran hindert, den kausalen Zusammenhang, den Hieb, aus dem sie stammen, zu respektieren.
Peter
von Peter am 03. September | #