Tag: Antifaschismus

6. Juli 2011

NSDAP-Presse-Aussendung mit 66 Jahren Verspätung in der AULA aufgetaucht?

Bildquelle: www.dieaula.atIn der aktuellen Ausgabe des Freiheitlichen Magazins DIE AULA* offenbart sich anscheinend der wahre Geist von Kickl und seiner Marionette Strache: DIE AULA trieft vor abgrundtiefem Hass gegenüber KZ-Überlebenden, die Würde der NS-Opfer wird mit Füssen getreten, der Holocaust wird relativiert und verharmlost und die Zeitzeugin Ruth Klüger wird der Lüge bezichtigt. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl hat ein Machwerk zu verantworten, das einer um 66 Jahre verspäteten Presse-Aussendung der NSDAP gleicht – in Wortwahl, Antisemitismus und Menschenhass.

Es grenzt an Zynismus, wenn DIE AULA am Cover fragt, ob denn die FPÖ „Fit fürs Regieren“ sei? Immerhin habe man ein neues Parteiprogramm beschlossen, vermeintlich herzeigbare Persönlichkeiten für die Regierung präsentiert und die Umfragen sind derzeit auch nicht schlecht. Dies mag in den eindimensionalen Gedankenwelten der FPÖ-Verantwortlichen reichen, um staatstragend zu wirken...

Seite 13 – Josef Goebbels wäre stolz gewesen


Aber dann kommt die Seite 13. Wir sind zwar gewohnt, dass FPÖ-Vertreterinnen und FPÖ-Vertreter den sogenannten Verfassungsbogen regelmäßig weit überspannen; wir wissen auch, dass Heinz-Christian Strache ein inniges Naheverhältnis zum Nationalsozialismus entwickelt hat; wir als gelernte Österreicherinnen und Österreicher haben uns auch schon daran gewöhnt, blaue Rülpser zu überhören und sich die moralische Nase zuzuhalten und es ist auch offiziell, dass die Dichte an verurteilten Kriminellen in der FPÖ höher ist als in der Gesamtbevölkerung. Die Seite 13 der AULA jedoch stellt eine neue Qualität des blanken Antisemitismus dar, Josef Goebbels würde zufrieden lächeln.

Bildquelle: turtledove.wikia.comEs ist mir schon lange nicht passiert, dass ich nach der Lektüre eines Textes tagelang verstummt bin. Ich konnte es nicht fassen, mit wie viel Hass und Boshaftigkeit hier in der offiziellen Zeitschrift einer österreichischen Parlamentspartei gegenüber Menschen gehetzt wird, die den Holocaust überlebt haben. So nennt der Autor des Artikels „Lügt Klüger?“ KZ-Überlebende im gleichen Atemzug mit einer „Landplage“ oder "Kriminellen" (unter den laut Artikel "überwiegend kriminellen Elementen" des KZ-Mauthausen** befanden sich etwa Leopold Figl, späterer österreichischer Bundeskanzler und ÖVP-Mitbegründer; Heinrich Maier, österreichischer römisch-katholischer Priester, Pädagoge, Philosoph und Widerstandskämpfer; Viktor Schauberger, österreichischer Förster und Erfinder; Simon Wiesenthal, österreichischer Architekt, Publizist und Schriftsteller); die AULA fragt allen Ernstes, was denn an der KZ-Befreiung durch die alliierten Truppen denn zu feiern sei. Die FPÖ fragt im Originalzitat: „Ist die Befreiung von Gefangenen, die sich im Handumdrehen als Landplage entpuppen ein Grund zum Feiern?“

Dann zitiert der Autor Ruth Klügers ergreifendes „Kamingedicht“, in dem der schreckliche KZ-Alltag lyrisch aufgearbeitet wird und macht sich im nächsten Absatz lustig, der „Backfisch“ (gemeint ist wohl die junge KZ-Insassin Ruth Klüger) könne doch „zum Stichtag“ gar nicht gewusst haben, dass „5 Millionen verbrannt worden sind.“

Damit nicht genug: es sei doch reine „Phantasie“, wenn Ruth Klüger über „Schall und Rauch“ berichte, verbrenne doch menschliches Fleisch auf Koks geruchsneutral.

Anne Frank sei auch nicht durch das NS-Regime ermordet worden, sie sei Typhus zum Opfer gefallen.

Ich möchte nicht weiter auf den schrecklichen Text eingehen und stelle ihn allen Mutigen untenstehend zur Verfügung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen Wiederbetätigung Nationalsozialistischer Propaganda.

FPÖ – Fit fürs Regieren? Nicht in 1000 Jahren.


KZ-Inhaftierte, laut FPÖ eine "Landplage"Dieser Artikel macht eines ganz klar: Die FPÖ ist in 1000 Jahren nicht regierungstauglich. Ich appelliere hiermit an die Verantwortlichen der ÖVP, an den bürgerlichen Anstand der ÖVP, auch nur jede theoretisch-strategische Option mit der FPÖ auszuschließen. Die politische Moral gebietet es allen verantwortungsvollen Demokratinnen und Demokraten, uns geschichtsbewussten Österreicherinnen und Österreichern, gläubigen Christinnen und Christen: Wir haben jedes demokratische Mittel zu ergreifen, um unsere Heimat vor dem Geist des Faschismus zu schützen.

Wir werden niemals vergessen, aktive Erinnerung ist demokratische Pflicht!

Nein Herr Kickl, nein Strache! Wir haben nicht vergessen, wir werden die Opfer des Nationalsozialismus nicht vergessen. Nicht die Bilder verhungerter Menschen in Massengräbern, nicht die Hilfeschreie der Kinder, die von ihren Eltern getrennt wurden um gleich danach industriell ermordet zu werden. Wir vergessen auch nicht die monatelange Todesangst der Anne Frank, die stellvertretend für Tausende anderer Opfer bewiesen hat, dass man auch in einer Zeit diabolischer Unmenschlichkeit, Mensch bleiben kann.

Und wir vergessen auch nicht die menschenverachtende NS-Propaganda mit der alles begonnen hat und die uns heute 66 Jahre später, erneut in Form des FPÖ-Magazins AULA begegnet.

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Seite-13-DIE-AULA

* Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Aula-Verlag Ges. m. b. H.; Schriftleitung: Prim. Dr. Otto Scrinzi (bis Ende 2003), Mag. Martin Pfeiffer (ab Anfang 2004); Medieninhaber: Freiheitlicher Akademikerverband Steiermark (48,4 %), Freiheitlicher Akademikerverband Wien - Niederösterreich - Burgenland (25 %), Freiheitlicher Akademikerverband Oberösterreich (8,3 %), Freiheitlicher Akademikerverband Salzburg (8,3 %), Freiheitlicher Akademikerverband Tirol - Vorarlberg (5 %), Freiheitlicher Akademikerverband Kärnten - Osttirol (5 %).

**Das Konzentrationslager Mauthausen: Im "Mordlager" Mauthausen wurde von der SS auf vielfältige Weise gemordet: Die Häftlinge wurden erschlagen, erhängt, erschossen, kranke Häftlinge ließ man erfrieren, verhungern oder tötete sie durch Herzinjektionen oder Giftgas. Ab dem Jahr 1943 kam es auf Grund der verstärkten Rüstungsbemühungen und später der Verlagerung der Rüstungsindustrie in unterirdische Anlagen zu einer Funktionserweiterung des Konzentrationslagers. Die Mehrzahl der Häftlinge wurde von nun an zur Zwangsarbeit in Rüstungsbetrieben herangezogen. So entstanden neben dem Hauptlager in Mauthausen und dem Lager in Gusen zahlreiche, über ganz Österreich verteilte Außenlager. Fast 200.000 Menschen aus fast allen europäischen und auch außereuropäischen Ländern wurden entweder auf Grund ihrer politischen Tätigkeit, ihrer "kriminellen Vorstrafen", ihrer religiösen Überzeugung, ihrer Homosexualität, aus "rassischen" Gründen, als Kriegsgefangene oder Transgender nach Mauthausen deportiert. Die Hälfte von ihnen wurde in Mauthausen ermordet.

8. Oktober 2010

"Perfektes Timing" der Unmenschlichkeit: Fekter und Marek haben mit der Abschiebung bis zum 7.10.10 gewartet

marekIch habe heute erfahren, daß der Abschiebebescheid bereits vor über 3 Jahren ausgestellt wurde. Das bedeutet, daß die Familie seit über 3 Jahren auf die Abschiebung wartet, Fekter hätte also die letzten 3 Jahren bereits abschieben können.

Nicht nur, daß das zuständige Bundesland Oberösterreich (wo ÖVP und Grüne gemeinsam regieren) in diesen 3 Jahren absolut Nichts unternommen hat. Nein, es wird noch grauslicher: Fekter hat sich tatsächlich den gestrigen Tag willkürlich ausgesucht, um kurz vor der Wien-Wahl 2 kleine Mädchen abzuschieben und so Frau Marek einen Gefallen zu tun.

fekter041208apa183Wenn ich mir vorstelle, wie Fekter und Marek gemeinsam auf der Suche nach "geeigneten Abschiebe-Elementen" die Datenbanken durchstöbern und nach Kriterien wie "junge Familie", "Rehaugen", "in Wien aufhältig" und "Abschiebung jederzeit möglich und rechtlich einwandfrei" suchen, wird mir sehr Übel.

7. Oktober 2010

Abschiebung: Fekters Wahlhilfe für Marek ist ein moralischer Tiefpunkt

fekter041208apa183Heute ist etwas passiert, was mir kurz die Sprache verschlagen hat. Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) schiebt 2 kleine Mädchen ab, deren Mutter im Krankenhaus liegt. Daß die Familie bereits gut integriert ist, tut auch nichts zur Sache. Die Familie hat in Oberösterreich einen Antrag auf Bleiberecht gestellt, der von Fekter ebenfalls abgelehnt wurde

Warum gerade jetzt? Hat sich Marek die Abschiebung bestellt?

marekFekter hat JETZT entschieden, genau DIESE Familie JETZT abzuschieben. Sie hätte dies genauso vor einem Monat, in einem Jahr oder auch nie machen müssen. Sie schiebt dennoch JETZT ab, genau 3 Tage vor der Wienwahl, weil sie der Wiener ÖVP und Marek einen Gefallen tun will. Das Kalkül ist, der FPÖ die Rolle als Law and Order Partei streitig zu machen.
Der ÖVP möchte ich Folgendes ausrichten: die SPÖ hat auch einmal versucht, die FPÖ rechts zu überholen (Stichwort Schlögl), die Rechnung wurde dann bei der Wahl präsentiert. Die Leute gehen lieber zum Schmied als zum Schmiedl. In diesem Sinne ist Fekter die beste Wahlhelferin für Kickl und Strache.

Nach Strasser-Rausschmiss von über 2000 Menschen aus dem Flüchtlingslager Traiskirchen ist dies nun der nächste Menschenrechtsbruch der ÖVP

Fekters Vorgangsweise widerspricht nicht nur ganz klar dem Artikel 8, Abs. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention, nach dem jede Person das Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens, ihrer Wohnung und ihrer Korrespondenz hat, sondern ist zudem von einer besonderen Kaltschnäuzigkeit, Willkür und Herzlosigkeit geprägt.

Doch nicht nur dieses Rambo-Vorgehen ist rechtswidrig, auch die blitzartig verhängte Schubhaft der neunjährigen Zwillinge verstößt gegen deren Kinderrechte. Zudem berichten einige Tageszeitungen, dass der Familie der Kontakt zu ihrer Rechtsberaterin verwehrt worden wäre.

Fälle wie diese zeigen einmal mehr, wie dringend notwendig die Schaffung einer klaren Rechtslage ist. Die SPÖ-Wien hat bereits mehrfach darauf hingewiesen und die Bundesregierung auch via Resolutionsantrag des Wiener Gemeinderates ersucht, die
vereinbarte Evaluierung des Fremden- und Asylrechts in Angriff zu nehmen und transparente und klare Regeln zu schaffen. Ein wichtiger Eckpunkt der Resolution war auch die Forderung, für besonders gut integrierte Personen - insbesondere Familien - die von einer Abschiebung bedroht sind, eine rechtliche Möglichkeit zum Verbleib in Österreich zu realisieren.

Die ÖVP hat zwar ein grundsätzliches Problem mit der Abtreibung, Kinder abschieben macht Fekter und Marek aber anscheinend Spaß

Wenn Minderjährige, die bereits 2/3 ihres Lebens in Österreich verbracht haben und so wie ihre Eltern gut integriert sind, von ihrer Mutter getrennt und in Haft genommen werden, dann
läuft etwas fundamental falsch. Es ist unwürdig und unfassbar, dass Kindern ein solches Trauma zugefügt wird, nur damit sich die Innenministerin als eiserne Lady positionieren kann.

Dieses Vorgehen ist zutiefst abzulehnen, unmenschlich, herzlos und unchristlich. Ich wende mich mit Abscheu ab und tue mir schwer, einen Unterschied zwischen FPÖ und ÖVP zu erkennen.

24. September 2010

HC Song illegal: Kickl stürzt sein HC-Pupperl in die nächste Katastrophe

Straches-Chef-Herbert-KicklLustig: FPÖ-Generalsekretär hat sein HC-Pupperl wieder "singen" lassen. Abgesehen davon, daß das Werk alles andere als ein "Rap" ist und diese Bezeichnung eine Beleidigung für den Hip Hop ist, ist dem blauen Mastermind ein sehr schwerwiegender Fehler passiert.

Anscheinend ist ihm nicht bewußt, daß es so etwas wie Urheberrechte gibt. Er hat die Frechheit besessen, Carl Orff´s Carmina Burana zu missbrauchen, was sich jedoch der Verlag nicht bieten läßt. Verständlich, will man Orff´s problematisches Verhältnis zur NS-Dikatur durch einen solchen Missbrauch durch eine rechte & radikale Vereinigung wie die FPÖ nicht wieder in der Öffentlichkeit diskutiert wissen.

Kickl sollte sein HC-Pupperl nicht jeden Blödsinn machen lassen

Kunst und Kultur und FPÖ widersprechen sich ja eh schon von vornherein. Daß die Typen jedoch wirklich so wenig Verständnis für die Welt der Künste haben und gar Urheberrechte mit Füßen treten offenbart ihre grenzenlose Dumpfheit und Primitivität.

- Kickl hat sein HC-Pupperl zum Kaiser geschickt, wo er von ebendiesem vor der gesamten Öffentlichkeit betoniert wurde. (Hier gehts zur Kaiser-Story)
- Kickl hat sein HC-Pupperl "rappen" lassen und so die gesamte Jugend gegen ihn aufgebracht.
- Kickl hat HC gemeinsam mit Rosenkranz plakatieren lassen und so das mühsam aufgebaute Jugendimage zerstört.
- Jetzt hat Kickl hat sein HC-Pupperl erneut "singen" lassen und stürzt ihn in die nächste Katastrophe.

Hier das "aktuelle" Video auf Strache´s FB-Account: illegaleHCmusik (jpg, 114 KB)

Quelle des Fotos "Straches Chef Herbert Kickl": fpoe.at

22. September 2010

Aktuelle Jugendstudie: SPÖ ist in Wien die Jugendpartei!

jugendstudie_factory_101010"Schnee von gestern" und Komasaufen sind zu wenig, um sich das Vertrauen der Jugend zu verdienen. Die neueste Jugendstudie beweist klar, dass Strache kein Friendship-Ticket von
Wiens Jugendlichen erwarten darf. Mit starken 36% für die SPÖ gegenüber jämmerlichen 13% für Strache zeigen sie, dass Kickls Marionette bei ihnen endgültig unten durch ist.

Junge Wienerinnen und Wiener wollen Häupl als Bürgermeister

Ebenso peinlich wie Straches letzter Rap-Versuch, der mehr an Bierzeltgegröle als an HipHop-Musik erinnert, ist die Bürgermeisterfrage für die FPÖ: So wollen 51% Bürgermeister Michael Häupl als Verantwortungsträger für Wien sehen und nur 14% können sich Strache in dieser Position vorstellen.

Wir haben eindeutig den besten Kandidaten für die jungen Wienerinnen und Wiener. Michael Häupl gibt Orientierung und Zuversicht - auf ihn ist Verlass! Insbesondere im Segment der Lehrlinge ist für 52% ganz klar, dass es nur einen Lehrlingsvertreter gibt, nämlich Christoph Peschek. Strache als Lehrlingsverräter hat hier keinen Millimeter mehr zu gewinnen. Kickl ist als Straches Mastermind verantwortlich für den lawinenartigen FP-Imageverlust, der mit Graf und Rosenkranz begonnen hatte und mit Straches peinlicher Rap-Nummer seinen bisherigen Höhepunkt fand.

Schnellschüsse a la "Schwarz macht geil" haben wir nicht notwendig

Die Gründe für den hohen SPÖ-Zuspruch bei den Jugendlichen sehe ich in der Authentizität, der Lösungskompetenz und dem permanenten Einsatz für die Belange der jungen Menschen. Unsere Jugendaktivitäten laufen seit 5 Jahren auf Hochtouren! Im Gegensatz zu unseren politischen Mitbewerbern sind wir dank unserer permanenten Jugendarbeit nicht auf peinliche Schnellschüsse a la 'Schwarz macht geil' oder gar auf grausliche Hetzparolen, die niemand mehr hören will, angewiesen.

Beständigkeit, Verantwortung für die Stadt und Glaubwürdigkeit bei all unseren Aktivitäten werden von den jungen WählerInnen honoriert. Wiens Jugendliche werden am 101010 einen sehr wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Kräfte der Vergangenheit nicht das Licht der Zukunft erblicken.

Links:
Christoph Peschek, Wiener Lehrlingssprecher: www.christoph-peschek.at
Artikel auf derstandard.at: "Junge finden Blau cool, wählen aber Rot"
Artikel auf derstandard.at: "SPÖ sieht sich bestätigt, ÖVP übt Kritik"
Artikel auf falter.at: "Blues statt Blut - warum Strache schwächelt"

Die Grafik stammt von derstandard.at

21. September 2010

BUM gegen Bumsti, BUM für BEC!

BUMgegenRECHTS Im Zuge des Wahlkampfs zu den bevorstehenden Wiener Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen startet der Herausgeber des österreichweit auflagenstärksten MigrantInnen-Magazins BUM Dino Šoše die „BUM Aktion gegen Rechts“. Mittels einer Print- (BUM Ausgaben 09/10, Flyer und Plakate)und Online-Aktion (Facebook), möchte Šoše auf die Gefahr rechtspopulistischer Propaganda seitens der FPÖ aufmerksam machen.

Seine Aktion selbst versteht er unter anderem auch als persönliche Warnung an seine MitbürgerInnen. „Im Zuge des Jugoslawienkriegs musste ich 1993 wegen nationalistisch-populistischen Hetzern, die zu Massenmördern mutierten, meine Heimat Bosnien verlassen. Menschen wie ich, die einen Krieg erlebt haben und die ständig über die Entstehung von Kriegen nachdenken, haben eine andere Sensibilität für Plakate und Botschaften der FPÖ. Für einen Kriegsflüchtling ist Strache nicht cool! Strache und Leute wie er sind eine ernste Bedrohung für alle, die innerhalb Österreichs zusammen in Frieden leben wollen!“, so Šoše. Mit seiner Aktion möchte er auch auf künftige politische Entwicklungen hinweisen, denn: „Wie können wir sicher sein, dass die Hetze der FPÖ nicht zu etwas Schlimmen führt? Nur in dem wir nicht FPÖ wählen!“ appelliert Šoše.

Dino Šoše möchte zwar die aktuelle Wahlkampfrhetorik der FPÖ nicht zu Hundertprozent mit jener der Nationalsozialisten gleichsetzen, dennoch bemerkt er Parallelen. Im Zusammenhang mit der für den Kurier durchgeführten Studie der OGM, wonach 44 Prozent der älteren Menschen in Österreich bei Strache eine Nähe zum Nationalsozialismus empfinden, bemerkt Šoše: „Ich kann mir gut vorstellen, dass die meisten von Ihnen den Zweiten Weltkrieg und die Zeit des NS-Regimes erlebt haben und sich an dessen Grauen erinnern. Gerade deshalb wollen wir mit unserer Aktion auf die Gefahr einer Wiederholung hinweisen und an die historische Verantwortung appellieren!“

Ich zolle Dino Šoše meinen ausdrücklichen Respekt für diesen mutigen und außergewöhnlichen Schritt. Ein solch eindeutiges politisches Statement ist für Journalistinnen und Journalisten heutzutage nicht üblich, leider.

PS: Herbert Kickl wird sich freuen, er hat gegenüber dem Bumsti wieder recht behalten: Die FPÖ war, ist und wird nie sein eine Partei für Menschen mit Migrationshintergrund.

Link: www.bumzeitung.com

29. August 2010

MEINE STADT - das Video



Nazar, deutschsprachiger Rapper aus Wien 10 hat gemeinsam mit Chakuza, Raf Camora und Kamp MEINE STADT produziert. Die Idee haben wir gemeinsam mit Nazar entwickelt, Ziel ist es, Wiens Jugend ein neues Selbstvertrauen zu geben. Nachdem in den letzten Jahren vorwiegend Kritik auf uns junge Menschen einhagelt – wir tränken zu viel, wir können nicht mit Drogen umgehen, wir sind sexfixiert und oberflächlich, wir seien gewaltgeil, wir seien alle rechtsradikal oder unpolitisch und so weiter – war es an der Zeit, daß sich die junge Generation selbst zu Wort meldet.

MEINE STADT ist Ausdruck eines neuen jungen Wiener Selbstbewußtseins, wir lassen uns nicht spalten und halten zusammen. Auch Millionen von Hassplakaten werden uns die Liebe zu unserer Stadt nicht aus unseren Herzen reißen. Wir alle sind Wien – 101010!

Ganz großer Dank gilt in erster Linie Nazar, der das Projekt mit seiner Kreativität, seiner Professionalität und seinem visionären Geist veredelt. Weiters möchte ich mich bei Raf Camora, Chakuza und Kamp bedanken, eure Lines treffen punktgenau den Puls der Stadt und den Nerv der Zeit. Danke auch an Regisseur Moritz Winkler und sein Team, die Dreharbeiten waren zwar anstrengend aber sehr inspirierend. Und ich möchte mich nicht zuletzt auch bei den 100 Statistinnen und Statisten bedanken, die bis spät nach Mitternacht bei Nieselregen und Kälte durchgehalten haben und dem Video erst so richtig Leben einhauchen.

MEINE-STADTAm Donnerstag, 02.09.10 findet auf Puls4 im Stadtreport (17.30 Uhr) die TV-Prämiere statt. Am Sonntag, 05.09.10 steigt im Flex das Konzert MEINE STADT mit Nazar, Chakuza, Raf Camora und Kamp.

18. August 2010

Kickl: Geistiger Flächenbomber auf Wien-Kurs

BlutundBodenNaziWenige Wochen vor der Wien-Wahl hat Herbert Kickl wieder ganz offiziell das Kommando in der FPÖ übernommen – skrupellos und zerstörerisch zeigt er der Wiener Bevölkerung – wie Propaganda à la Goebbels im 21. Jahrhundert angewendet werden kann.

Mit hunderten Plakaten durfte Straches Oberkommandeur Wien zupflastern und somit einen geistigen Bombenteppich über Wien legen, der selbst hartgesottenen Kennern seiner „Sprachkunst“ den Magen umdreht.

Blut & Boden – widerlich!

Unter „Blut & Boden Ideologie“ versteht man eine im 19. Jahrhundert entstandene Denkrichtung, die eine „artreine bäuerliche Führungsrasse“ propagiert. Die Vorstellung einer „reinrassigen Bauernklasse“ wurde schlussendlich von den Nazis zum Bauernkult erhoben und als Grundlage von Enteignung und Massenmord verwendet.

Lernen Sie Geschichte, Herr Kickl!

Kickl aber lacht nur in die die Kameras - hat er in Strache doch nun endlich jene gefügige Marionette gefunden, die seinen zerstörerischen Allmachtsphantasien ausreichend Fläche einräumt und mangels ausreichendem Intellekt auch keine nervigen Fragen stellt.

Kickl hat sich innerhalb der FPÖ auch dahingehend durchgesetzt, die Wiener Serben von der FPÖ fernzuhalten. Das Plakat bezeichnet "Fremdes" als "nicht gut", damit sind eindeutig auch unsere Wiener Serben gemeint. Erneut sieht man, daß sich keine Bevölkerungsgruppe auf die FPÖ verlassen kann, gestern wurden die Lehrlinge verraten, heute die Wiener Serben. Und in wenigen Monaten startet die FPÖ ihr Ausländervolksbegehren.

FPÖ ohne Anstand und Gewissen

Es zeigt sich wieder einmal, dass es in der FPÖ keine Menschen mit Gewissen und Verantwortung gibt – denn jeder noch so verblendete Gefolgsmann Kickls müsste angesichts des widerwertigen Flächenangriffs auf Wiens Bevölkerung die Notbremse ziehen und einsehen, dass ihr Anführer dem Wahn verfallen ist.

Bildquelle: wikipedia.org (Blut und Boden Ideologie)

Link: Blut und Boden Ideologie auf wikipedia.org

4. Mai 2010

Montag, 10.05.2010: "101010" Who the fuck is Adolf?

101010-WIEN-TALK-FLEX1Wie werden sich zukünftige Generationen an die Nazizeit und den Holocaust erinnern, wenn es keine Zeitzeugen mehr gibt? Dieser Frage gehen wir in der Maisession unserer Veranstaltungsreihe 101010 - WIEN - TALK - FLEX nach.

Who the fuck ist Adolf?
Erinnerungskultur ohne Zeitzeugen.


Montag, 10.05.2010, Beginn: 19 Uhr

Flex-Cafe, Augartenbrücke, flex.at
1010 Wien

Es diskutieren:

Bernhard Heinzlmaier, Jugendforscher, jugendkultur.at
Roschel Ascherov, Bucharische Gemeinde, bucharische-gemeinde.at
DÖW VertreterIn angefragt
Rudolf Gelbard, Überlebender und Freiheitskämpfer, http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Gelbard

Moderation: Marcus Schober, Bildungssekretär der SPÖ-Wien, www.bildung.wien.spoe.at


Im Anschluss: DJ 2 Late

“101010 – WIEN – TALK – FLEX” ist eine Veranstaltungsreihe, die bis zum 10.10.2010 – dem Tag der Wiener Wahl – jeden 10. des Monats im Flex stattfinden wird. Die Themen werden je nach Aktualität variieren.

“101010 – WIEN – TALK – FLEX” ist eine Initiative der Bildungsabteilung und der Ich bin Wien-Bewegung aus SPÖ-Wien.
www-ichbinwien-at

19. April 2010

Herbert Kickl: Blauer Mastermind, Drama-Queen und UFO-Philosoph

Blauer-Mastermind-Herbert-KicklHerbert Kickl war wohl schon in seiner Jugend ein Fan von unerklärlichen Phänomenen und Verschwörungstheorien. Heute ist er Generalsekretär der FPÖ, der größten österreichischen Rechtspartei und er lässt keine Gelegenheit aus, um sich als die schrillste Drama-Queen der heimischen Innenpolitik in Szene zu setzen.

"Jede Partei braucht einen denkenden und einen handelnden Teil"

Ehemalige Mitarbeiter bezeichnen Kickl als introvertierten und unsicheren Charakter, der in Diskussionen nur allzu schnell die Beherrschung verliert und sich mit untergriffigen Attacken Respekt bei seinen Mitarbeitern verschafft. Was wohl einen Menschen antreibt, der hinter Sprüchen wie „Daham statt Islam“ und „Soziale Sicherheit für unsere Leut´“ steckt?

„Jede Partei braucht einen denkenden und einen handelnden Teil “, wird Kickl zitiert und tatsächlich wirkt es so, als habe Kickl mit Strache die passende Handpuppe gefunden, die seine Wünsche ohne lästiges Nachfragen sofort umsetzt. Mit Jörg Haider konnte sich Kickl lange nicht so austoben wie mit Strache. Der gescheiterte Zahntechniker Strache scheint in Kickl wiederum den Konterpart gefunden zu haben, den er in seiner Jugend gebraucht hätte. Kickl hätte ihm damals davon abgeraten, bei Wehrsportübungen durch den braunen Dreck zu robben - sowas hat den FPÖ-Mastermind seit jeher nur wenig interessiert. Vielmehr war es die Welt der Philosophie, in der sich der ewige Student Kickl wiedergefunden hat. Ohne Kickl´s Anweisungen bringt seine Handpuppe HC-Man keinen klaren Gedanken hervor, Kickl gefällt sich in der Rolle des blauen Masterminds. Er spielt sich mit seiner Handpuppe HC-Man - und HC-Man folgt und folgt und folgt und folgt...

Sein Unverständnis für die Lebenswelten und Bedürfnisse junger Menschen hat ihn heuer zu einem seiner größten Fehler verleitet:

Kickl ließ seinen HC-Man rappen ohne die Essenz des HipHop zu verstehen

Kickl ließ seine Handpuppe HC-Man rappen, somit begab er sich naiv und nichtsahnend in die Welt des HipHop. Und das lassen sich wahre HipHop Artists nicht bieten. Nach dem Motto "HC-Rap ist eine Beleidigung für die HipHop Kultur" entstanden unzählige Diss-Raps und Anti-Strache Events, die Kickl jahrelang systematisch ignorierte. Klar - jede Aufmerksamkeit auf diese immer breiter werdende Jugendbewegung hätte sich marketingtechnisch negativ auf den HC-Man ausgewirkt. Aber als eine Tageszeitung das zwei Jahre alte Video eines 14-jährigen zum Thema machte, konnte Kickl nicht mehr so tun, als ob es keine breite Anti-Strache Jugendbewegung gäbe und er ging in die Offensive. Er drohte dem jungen Künstler mit Klagen und Staatsanwaltschaft und die Menschen schüttelten nur mehr den Kopf. Wenn die HC-Puppe aus marketingtechnischen Überlegungen vermeintlichen HipHop macht, darf sie sich nicht wundern, wenn der HipHop sich das nicht bieten läßt. Wenn ich in den Boxring steige, darf ich mich doch auch nicht wundern, wenn ich ein paar abbekomme.

Kickl pusht BIG DNC auf über 90.000 Views

Die Konfrontation mit der Jugendkultur wirkte sich anscheinend auf Kickl´s Ausnahmezustand dermaßen lähmend aus, dass er nicht anders konnte als wilde Verschwörungstheorien über die Entstehung des Diss-Videos zu entwickeln. Mit Erfolg: Zwar übernahm kein einziger Journalist Kickls krude Verschwörungstheorien rund um UFOs, Internetfirmen und angebliche Hasswerber – aber die Aufrufe des HipHop Videos erreichten auf YouTube innerhalb von einer Woche über 90.000 Views.

Die Pleiten-Pech-und-Pannenserie des Herbert Kickl

Kickl hat sich in der jüngsten Vergangenheit einige folgenschwere Patzer geleistet. So geht es einem, wenn er mit seiner Puppe widerspruchslos alles machen darf, was ihm so in den Sinn kommt:
  • Kickl nervt den ORF so lange, bis sich der Kaiser herabläßt und HC-Man eine Audienz gewährt - der HC-Man wird von Kickl katastrophal schlecht gebrieft, kann ab der ersten Minute intellektuell nicht mithalten und ist seitdem DIE Lachnummer in den Schulklassen;
  • HC-Man und die Kärntner Chaos Partie sorgen seit ihrer Wiedervereinigung für Gelächter, die verspekulierten Steuermillionen der Kärntner Hypo für blankes Entsetzen;
  • Frau Barbara Rosenkranz zerstört als FP-Präsidentschaftskandidatin nicht nur das über Jahre erworbene Jugendimage der FPÖ, sie gilt auch bis in die blaue Stammwählerschaft hinein als Österreich´s Schande. Darüberhinaus müssen Kickl, HC-Man und Frau Rosenkranz über 35% schaffen, das ist das selbsterklärte Ziel der HC-Puppe (als er diese Aussage tätigte und Rosenkranz somit schwerst unter Druck setzte, mußte Kickl wohl auf Urlaub gewesen sein);
  • HC-Man inszeniert vor laufender ORF-Kamera einen vermeintlichen TV-Skandal, kündigt einen Lügendetektor-Test an und sagt dann doch ab. HC-Man hört Stimmen;
  • nebenbei droht HC-Man zwei rechten - sozial benachteiligten - Jugendlichen mit Klagen und Anwälten und läßt sie im Stich, sobald es ihm opportun ist - mit dem Effekt, daß nun auch das Image als Retter der Entrechteten irreversibel zerstört ist;
  • und vor kurzem eben die vollkommen falsche Reaktion auf Angriffe aus der jungen HipHop Szene (BIG DNC´s Diss Video), Kickl läßt seinen HC-Man mit der Jugend nur mehr über Anwälte kommunizieren.
Bis vor einigen Monaten herrschte die Meinung vor, daß Kickl seinem HC-Man zum großen Wiener Wahlsieg verhelfen wird. Nun scheint es so, daß sich HC-Man nicht einmal mehr auf Kickl´s strategische Fähigkeiten verlassen kann. Eine intelligente Alternative hat die FPÖ nicht anzubieten. Die FPÖ ist auf der Verliererstrasse.

Demoralisiert von all diesen Fehlern und strategischen Fehleinschätzungen, die sich etwa in der Wiener Wirtschaftskammerwahl niedergeschlagen haben und davon, dass sich niemand für seine UFO-Theorien interessiert, kann sich Kickl nun endlich wieder seinem Lieblingshobby – der germanischen Sagenwelt – widmen und weiter UFOs am Nordpol suchen. Ich wünsche Herrn Kickl viel Erfolg!



Bildquelle: http://www.datum.at/0908/stories/5152952