Tag: FPÖ

25. Juli 2011

Attentate in Norwegen: Über die (Mit)-Verantwortung der Medien und der Politik

Ich trauere um junge Menschen, deren einziges Vergehen es war, sich für eine gerechte und freie Welt einzusetzen. Es waren junge Menschen, die an das Gute im Menschen und an die Entwicklungsfähigkeit der Gesellschaft geglaubt haben. Sie wollten die Welt zum Besseren verändern. Ich trauere und kann das Geschehene emotional immer noch nicht fassen.

Es tauchen Fragen auf, die Orientierung in einer verwirrenden Zeit geben sollen. Ich fühle Leere und tiefe Traurigkeit. Und ich bin wütend. Ich versuche, mich nicht von Emotionen leiten zu lassen. Als mündiger und verantwortungsvoller Bürger bin ich doch dazu verpflichtet, mit meinem ganzen Wesen zu denken und nicht nur mit dem verletzten Herzen. Gerade jetzt.

Ich trachte danach, die Wut in rationale Energie zu verwandeln. Gerade jetzt sind ein wacher Geist und klare Gedanken notwendig. Also denke ich ruhig und versuche mir zu erklären, wie ein Mensch so vollkommen entmenschlicht werden kann? Wie wird man so? Gibt es eine gesellschaftspolitische Mitverantwortung? Sollte es eine solche geben, was müssen wir ändern, auf was müssen wir aufpassen, auf was muss hingewiesen werden und welche politischen Konsequenzen sind zu ziehen?

Wie und warum kann ein Mensch bis zur Unkenntlichkeit entmenschlicht werden?

Ich möchte dem Attentäter nicht den Gefallen tun und mich mit seiner Psyche und seinen politisch-ideologischen Überzeugungen auseinander setzen. Vielmehr interessiert mich, wie er zu solch wirren Überzeugungen gelangte. Was waren seine Inspirationsquellen, wer hat ihm so viel Angst vor allem Linken und Fremden gemacht? Wer hat ihm so viel Hass serviert? Wie wurden seine wirren Überzeugungen zu tödlichen Handlungen?

Der Attentäter mordete nicht aus christlicher Überzeugung sondern weil er von rechtspopulistischer Propaganda inspiriert ist

Nach derzeitigem Wissensstand wurde er nicht - wie fälschlicherweise von manchen angenommen wird - von der Bibel inspiriert. "Christ" ist er wohl nur am Papier und um sich für sich selbst und auch offiziell von anderen Religionen abzugrenzen. Genausowenig hat er wohl mit der Freimaurerei zu tun, deren historische Dimension er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht versteht.

Vielmehr wurde er von rechten politischen Ideologien und Populismen inspiriert. Er glaubt Geschichten, die europaweit von rechten Populistinnen, Populisten und Medien erzählt werden, um Stimmen zu maximieren und Auflagen zu erhöhen. Er glaubt an vermeintliche Gefahren, die von bestimmten Religionen oder Kulturkreisen ausgehen sollen. Diese "Gefahren" werden europaweit von rechten Populistinnen und Populisten sowie Medien erfunden, in erzählbare Geschichten verpackt, mit Gerüchten und Halbwahrheiten vermischt und in narrativen Bildern unters Volk gebracht. Durch die ständige Penetration dieser "urban legends" durch rechte Populistinnen und Populisten sowie Medien entsteht eine Atmosphäre der Angst und eines ständigen Bedrohungsgefühls.

Die meisten Menschen durchschauen rechtspopulistische Fiktion, andere leider nicht

Die Reaktionen der Menschen auf die ständige Penetration mit rechtspopulistischer Fiktion sind unterschiedlich: die meisten durchschauen das falsche Spiel und lehnen solche Insitutionen, Parteien oder Medien ab. Sie wählen andere Parteien oder engagieren sich zivilgesellschaftlich, sie leisten im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Beitrag zur Aufklärung.

Andere wiederum sind anfällig auf Kampagnen der Angstmacherinnen und Angstmacher. Zum Teil ist es Dummheit, zum Teil infantiles demokratiepolitisches Fühlen und Handeln oder auch Frustration aufgrund tatsächlicher Erlebnisse. Diese Menschen befriedigen das Gefühl des sozialen Unbehagens mit der Wahl rechtspopulistischer Parteien.

Und ganz wenige jener, die von Angstkampagnen rechtspopulistischer Politiken und Medien infiziert werden, schreiten zur Tat. Ein zu allem entschlossener Norweger wußte sich am 22.7.2011 gegen die fiktive Angst vor Islamisierung und Linker Politik nicht anders zu helfen, als eine für uns alle unfassbare - aus seiner Sicht jedoch notwendige - Tat zu setzen. Er wurde über Jahre mit rechtspopulistischen Gerüchten und Geschichten versorgt, die an vielen Schreibtischen in den diversen rechtspopulistischen Parteien, Think-Tanks und Redaktionen erfunden werden. Über Medien, Blogs oder Mails gelangten die Kampagnen der europäischen Angstbranche zum norwegischen Attentäter. Er handelte aus Angst und Hass, die von außen in ihn hineingetragen wurden.

Wir können sicher nicht einfach zur Tagesordnung zurückkehren!

Ich appeliere an Politikerinnen und Politiker in Europa, sich ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung bewußt zu werden und ab sofort sach- und problemlösungsorientierte Politik zu betreiben. Die Politik ist dazu da um Probleme zu lösen und nicht um Probleme zu schaffen!

Ich appeliere auch an Medienvertreterinnen und Medienvertreter, an Redakteurinnen und Redakteure, an Schlagzeilen-Entwicklerinnen und Entwickler sowie an Herausgeberinnen und Herausgeber. Sie haben eine große gesellschaftspolitische Verantwortung, ihre Geschichten können Menschen radikalisieren. Ihre Geschichten können aber auch zu Aufklärung und einer in die Zukunft gerichteten Gesellschaft beitragen. Medien haben heute eine Verantwortung, die an moralischem Gewicht der der Politik um nichts nachsteht.

Die Sprache des Hasses und des Spaltens führt zu Elend, Terror und Tod. Sprechen wir ab jetzt bitte anders über-, mit- und zueinander.

6. Juli 2011

NSDAP-Presse-Aussendung mit 66 Jahren Verspätung in der AULA aufgetaucht?

Bildquelle: www.dieaula.atIn der aktuellen Ausgabe des Freiheitlichen Magazins DIE AULA* offenbart sich anscheinend der wahre Geist von Kickl und seiner Marionette Strache: DIE AULA trieft vor abgrundtiefem Hass gegenüber KZ-Überlebenden, die Würde der NS-Opfer wird mit Füssen getreten, der Holocaust wird relativiert und verharmlost und die Zeitzeugin Ruth Klüger wird der Lüge bezichtigt. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl hat ein Machwerk zu verantworten, das einer um 66 Jahre verspäteten Presse-Aussendung der NSDAP gleicht – in Wortwahl, Antisemitismus und Menschenhass.

Es grenzt an Zynismus, wenn DIE AULA am Cover fragt, ob denn die FPÖ „Fit fürs Regieren“ sei? Immerhin habe man ein neues Parteiprogramm beschlossen, vermeintlich herzeigbare Persönlichkeiten für die Regierung präsentiert und die Umfragen sind derzeit auch nicht schlecht. Dies mag in den eindimensionalen Gedankenwelten der FPÖ-Verantwortlichen reichen, um staatstragend zu wirken...

Seite 13 – Josef Goebbels wäre stolz gewesen


Aber dann kommt die Seite 13. Wir sind zwar gewohnt, dass FPÖ-Vertreterinnen und FPÖ-Vertreter den sogenannten Verfassungsbogen regelmäßig weit überspannen; wir wissen auch, dass Heinz-Christian Strache ein inniges Naheverhältnis zum Nationalsozialismus entwickelt hat; wir als gelernte Österreicherinnen und Österreicher haben uns auch schon daran gewöhnt, blaue Rülpser zu überhören und sich die moralische Nase zuzuhalten und es ist auch offiziell, dass die Dichte an verurteilten Kriminellen in der FPÖ höher ist als in der Gesamtbevölkerung. Die Seite 13 der AULA jedoch stellt eine neue Qualität des blanken Antisemitismus dar, Josef Goebbels würde zufrieden lächeln.

Bildquelle: turtledove.wikia.comEs ist mir schon lange nicht passiert, dass ich nach der Lektüre eines Textes tagelang verstummt bin. Ich konnte es nicht fassen, mit wie viel Hass und Boshaftigkeit hier in der offiziellen Zeitschrift einer österreichischen Parlamentspartei gegenüber Menschen gehetzt wird, die den Holocaust überlebt haben. So nennt der Autor des Artikels „Lügt Klüger?“ KZ-Überlebende im gleichen Atemzug mit einer „Landplage“ oder "Kriminellen" (unter den laut Artikel "überwiegend kriminellen Elementen" des KZ-Mauthausen** befanden sich etwa Leopold Figl, späterer österreichischer Bundeskanzler und ÖVP-Mitbegründer; Heinrich Maier, österreichischer römisch-katholischer Priester, Pädagoge, Philosoph und Widerstandskämpfer; Viktor Schauberger, österreichischer Förster und Erfinder; Simon Wiesenthal, österreichischer Architekt, Publizist und Schriftsteller); die AULA fragt allen Ernstes, was denn an der KZ-Befreiung durch die alliierten Truppen denn zu feiern sei. Die FPÖ fragt im Originalzitat: „Ist die Befreiung von Gefangenen, die sich im Handumdrehen als Landplage entpuppen ein Grund zum Feiern?“

Dann zitiert der Autor Ruth Klügers ergreifendes „Kamingedicht“, in dem der schreckliche KZ-Alltag lyrisch aufgearbeitet wird und macht sich im nächsten Absatz lustig, der „Backfisch“ (gemeint ist wohl die junge KZ-Insassin Ruth Klüger) könne doch „zum Stichtag“ gar nicht gewusst haben, dass „5 Millionen verbrannt worden sind.“

Damit nicht genug: es sei doch reine „Phantasie“, wenn Ruth Klüger über „Schall und Rauch“ berichte, verbrenne doch menschliches Fleisch auf Koks geruchsneutral.

Anne Frank sei auch nicht durch das NS-Regime ermordet worden, sie sei Typhus zum Opfer gefallen.

Ich möchte nicht weiter auf den schrecklichen Text eingehen und stelle ihn allen Mutigen untenstehend zur Verfügung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen Wiederbetätigung Nationalsozialistischer Propaganda.

FPÖ – Fit fürs Regieren? Nicht in 1000 Jahren.


KZ-Inhaftierte, laut FPÖ eine "Landplage"Dieser Artikel macht eines ganz klar: Die FPÖ ist in 1000 Jahren nicht regierungstauglich. Ich appelliere hiermit an die Verantwortlichen der ÖVP, an den bürgerlichen Anstand der ÖVP, auch nur jede theoretisch-strategische Option mit der FPÖ auszuschließen. Die politische Moral gebietet es allen verantwortungsvollen Demokratinnen und Demokraten, uns geschichtsbewussten Österreicherinnen und Österreichern, gläubigen Christinnen und Christen: Wir haben jedes demokratische Mittel zu ergreifen, um unsere Heimat vor dem Geist des Faschismus zu schützen.

Wir werden niemals vergessen, aktive Erinnerung ist demokratische Pflicht!

Nein Herr Kickl, nein Strache! Wir haben nicht vergessen, wir werden die Opfer des Nationalsozialismus nicht vergessen. Nicht die Bilder verhungerter Menschen in Massengräbern, nicht die Hilfeschreie der Kinder, die von ihren Eltern getrennt wurden um gleich danach industriell ermordet zu werden. Wir vergessen auch nicht die monatelange Todesangst der Anne Frank, die stellvertretend für Tausende anderer Opfer bewiesen hat, dass man auch in einer Zeit diabolischer Unmenschlichkeit, Mensch bleiben kann.

Und wir vergessen auch nicht die menschenverachtende NS-Propaganda mit der alles begonnen hat und die uns heute 66 Jahre später, erneut in Form des FPÖ-Magazins AULA begegnet.

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Seite13_AULA-pdf (pdf, 7,602 KB)
Seite-13-DIE-AULA

* Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Aula-Verlag Ges. m. b. H.; Schriftleitung: Prim. Dr. Otto Scrinzi (bis Ende 2003), Mag. Martin Pfeiffer (ab Anfang 2004); Medieninhaber: Freiheitlicher Akademikerverband Steiermark (48,4 %), Freiheitlicher Akademikerverband Wien - Niederösterreich - Burgenland (25 %), Freiheitlicher Akademikerverband Oberösterreich (8,3 %), Freiheitlicher Akademikerverband Salzburg (8,3 %), Freiheitlicher Akademikerverband Tirol - Vorarlberg (5 %), Freiheitlicher Akademikerverband Kärnten - Osttirol (5 %).

**Das Konzentrationslager Mauthausen: Im "Mordlager" Mauthausen wurde von der SS auf vielfältige Weise gemordet: Die Häftlinge wurden erschlagen, erhängt, erschossen, kranke Häftlinge ließ man erfrieren, verhungern oder tötete sie durch Herzinjektionen oder Giftgas. Ab dem Jahr 1943 kam es auf Grund der verstärkten Rüstungsbemühungen und später der Verlagerung der Rüstungsindustrie in unterirdische Anlagen zu einer Funktionserweiterung des Konzentrationslagers. Die Mehrzahl der Häftlinge wurde von nun an zur Zwangsarbeit in Rüstungsbetrieben herangezogen. So entstanden neben dem Hauptlager in Mauthausen und dem Lager in Gusen zahlreiche, über ganz Österreich verteilte Außenlager. Fast 200.000 Menschen aus fast allen europäischen und auch außereuropäischen Ländern wurden entweder auf Grund ihrer politischen Tätigkeit, ihrer "kriminellen Vorstrafen", ihrer religiösen Überzeugung, ihrer Homosexualität, aus "rassischen" Gründen, als Kriegsgefangene oder Transgender nach Mauthausen deportiert. Die Hälfte von ihnen wurde in Mauthausen ermordet.

24. September 2010

HC Song illegal: Kickl stürzt sein HC-Pupperl in die nächste Katastrophe

Straches-Chef-Herbert-KicklLustig: FPÖ-Generalsekretär hat sein HC-Pupperl wieder "singen" lassen. Abgesehen davon, daß das Werk alles andere als ein "Rap" ist und diese Bezeichnung eine Beleidigung für den Hip Hop ist, ist dem blauen Mastermind ein sehr schwerwiegender Fehler passiert.

Anscheinend ist ihm nicht bewußt, daß es so etwas wie Urheberrechte gibt. Er hat die Frechheit besessen, Carl Orff´s Carmina Burana zu missbrauchen, was sich jedoch der Verlag nicht bieten läßt. Verständlich, will man Orff´s problematisches Verhältnis zur NS-Dikatur durch einen solchen Missbrauch durch eine rechte & radikale Vereinigung wie die FPÖ nicht wieder in der Öffentlichkeit diskutiert wissen.

Kickl sollte sein HC-Pupperl nicht jeden Blödsinn machen lassen

Kunst und Kultur und FPÖ widersprechen sich ja eh schon von vornherein. Daß die Typen jedoch wirklich so wenig Verständnis für die Welt der Künste haben und gar Urheberrechte mit Füßen treten offenbart ihre grenzenlose Dumpfheit und Primitivität.

- Kickl hat sein HC-Pupperl zum Kaiser geschickt, wo er von ebendiesem vor der gesamten Öffentlichkeit betoniert wurde. (Hier gehts zur Kaiser-Story)
- Kickl hat sein HC-Pupperl "rappen" lassen und so die gesamte Jugend gegen ihn aufgebracht.
- Kickl hat HC gemeinsam mit Rosenkranz plakatieren lassen und so das mühsam aufgebaute Jugendimage zerstört.
- Jetzt hat Kickl hat sein HC-Pupperl erneut "singen" lassen und stürzt ihn in die nächste Katastrophe.

Hier das "aktuelle" Video auf Strache´s FB-Account: illegaleHCmusik (jpg, 114 KB)

Quelle des Fotos "Straches Chef Herbert Kickl": fpoe.at

22. September 2010

Aktuelle Jugendstudie: SPÖ ist in Wien die Jugendpartei!

jugendstudie_factory_101010"Schnee von gestern" und Komasaufen sind zu wenig, um sich das Vertrauen der Jugend zu verdienen. Die neueste Jugendstudie beweist klar, dass Strache kein Friendship-Ticket von
Wiens Jugendlichen erwarten darf. Mit starken 36% für die SPÖ gegenüber jämmerlichen 13% für Strache zeigen sie, dass Kickls Marionette bei ihnen endgültig unten durch ist.

Junge Wienerinnen und Wiener wollen Häupl als Bürgermeister

Ebenso peinlich wie Straches letzter Rap-Versuch, der mehr an Bierzeltgegröle als an HipHop-Musik erinnert, ist die Bürgermeisterfrage für die FPÖ: So wollen 51% Bürgermeister Michael Häupl als Verantwortungsträger für Wien sehen und nur 14% können sich Strache in dieser Position vorstellen.

Wir haben eindeutig den besten Kandidaten für die jungen Wienerinnen und Wiener. Michael Häupl gibt Orientierung und Zuversicht - auf ihn ist Verlass! Insbesondere im Segment der Lehrlinge ist für 52% ganz klar, dass es nur einen Lehrlingsvertreter gibt, nämlich Christoph Peschek. Strache als Lehrlingsverräter hat hier keinen Millimeter mehr zu gewinnen. Kickl ist als Straches Mastermind verantwortlich für den lawinenartigen FP-Imageverlust, der mit Graf und Rosenkranz begonnen hatte und mit Straches peinlicher Rap-Nummer seinen bisherigen Höhepunkt fand.

Schnellschüsse a la "Schwarz macht geil" haben wir nicht notwendig

Die Gründe für den hohen SPÖ-Zuspruch bei den Jugendlichen sehe ich in der Authentizität, der Lösungskompetenz und dem permanenten Einsatz für die Belange der jungen Menschen. Unsere Jugendaktivitäten laufen seit 5 Jahren auf Hochtouren! Im Gegensatz zu unseren politischen Mitbewerbern sind wir dank unserer permanenten Jugendarbeit nicht auf peinliche Schnellschüsse a la 'Schwarz macht geil' oder gar auf grausliche Hetzparolen, die niemand mehr hören will, angewiesen.

Beständigkeit, Verantwortung für die Stadt und Glaubwürdigkeit bei all unseren Aktivitäten werden von den jungen WählerInnen honoriert. Wiens Jugendliche werden am 101010 einen sehr wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Kräfte der Vergangenheit nicht das Licht der Zukunft erblicken.

Links:
Christoph Peschek, Wiener Lehrlingssprecher: www.christoph-peschek.at
Artikel auf derstandard.at: "Junge finden Blau cool, wählen aber Rot"
Artikel auf derstandard.at: "SPÖ sieht sich bestätigt, ÖVP übt Kritik"
Artikel auf falter.at: "Blues statt Blut - warum Strache schwächelt"

Die Grafik stammt von derstandard.at

21. September 2010

BUM gegen Bumsti, BUM für BEC!

BUMgegenRECHTS Im Zuge des Wahlkampfs zu den bevorstehenden Wiener Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen startet der Herausgeber des österreichweit auflagenstärksten MigrantInnen-Magazins BUM Dino Šoše die „BUM Aktion gegen Rechts“. Mittels einer Print- (BUM Ausgaben 09/10, Flyer und Plakate)und Online-Aktion (Facebook), möchte Šoše auf die Gefahr rechtspopulistischer Propaganda seitens der FPÖ aufmerksam machen.

Seine Aktion selbst versteht er unter anderem auch als persönliche Warnung an seine MitbürgerInnen. „Im Zuge des Jugoslawienkriegs musste ich 1993 wegen nationalistisch-populistischen Hetzern, die zu Massenmördern mutierten, meine Heimat Bosnien verlassen. Menschen wie ich, die einen Krieg erlebt haben und die ständig über die Entstehung von Kriegen nachdenken, haben eine andere Sensibilität für Plakate und Botschaften der FPÖ. Für einen Kriegsflüchtling ist Strache nicht cool! Strache und Leute wie er sind eine ernste Bedrohung für alle, die innerhalb Österreichs zusammen in Frieden leben wollen!“, so Šoše. Mit seiner Aktion möchte er auch auf künftige politische Entwicklungen hinweisen, denn: „Wie können wir sicher sein, dass die Hetze der FPÖ nicht zu etwas Schlimmen führt? Nur in dem wir nicht FPÖ wählen!“ appelliert Šoše.

Dino Šoše möchte zwar die aktuelle Wahlkampfrhetorik der FPÖ nicht zu Hundertprozent mit jener der Nationalsozialisten gleichsetzen, dennoch bemerkt er Parallelen. Im Zusammenhang mit der für den Kurier durchgeführten Studie der OGM, wonach 44 Prozent der älteren Menschen in Österreich bei Strache eine Nähe zum Nationalsozialismus empfinden, bemerkt Šoše: „Ich kann mir gut vorstellen, dass die meisten von Ihnen den Zweiten Weltkrieg und die Zeit des NS-Regimes erlebt haben und sich an dessen Grauen erinnern. Gerade deshalb wollen wir mit unserer Aktion auf die Gefahr einer Wiederholung hinweisen und an die historische Verantwortung appellieren!“

Ich zolle Dino Šoše meinen ausdrücklichen Respekt für diesen mutigen und außergewöhnlichen Schritt. Ein solch eindeutiges politisches Statement ist für Journalistinnen und Journalisten heutzutage nicht üblich, leider.

PS: Herbert Kickl wird sich freuen, er hat gegenüber dem Bumsti wieder recht behalten: Die FPÖ war, ist und wird nie sein eine Partei für Menschen mit Migrationshintergrund.

Link: www.bumzeitung.com

29. August 2010

MEINE STADT - das Video



Nazar, deutschsprachiger Rapper aus Wien 10 hat gemeinsam mit Chakuza, Raf Camora und Kamp MEINE STADT produziert. Die Idee haben wir gemeinsam mit Nazar entwickelt, Ziel ist es, Wiens Jugend ein neues Selbstvertrauen zu geben. Nachdem in den letzten Jahren vorwiegend Kritik auf uns junge Menschen einhagelt – wir tränken zu viel, wir können nicht mit Drogen umgehen, wir sind sexfixiert und oberflächlich, wir seien gewaltgeil, wir seien alle rechtsradikal oder unpolitisch und so weiter – war es an der Zeit, daß sich die junge Generation selbst zu Wort meldet.

MEINE STADT ist Ausdruck eines neuen jungen Wiener Selbstbewußtseins, wir lassen uns nicht spalten und halten zusammen. Auch Millionen von Hassplakaten werden uns die Liebe zu unserer Stadt nicht aus unseren Herzen reißen. Wir alle sind Wien – 101010!

Ganz großer Dank gilt in erster Linie Nazar, der das Projekt mit seiner Kreativität, seiner Professionalität und seinem visionären Geist veredelt. Weiters möchte ich mich bei Raf Camora, Chakuza und Kamp bedanken, eure Lines treffen punktgenau den Puls der Stadt und den Nerv der Zeit. Danke auch an Regisseur Moritz Winkler und sein Team, die Dreharbeiten waren zwar anstrengend aber sehr inspirierend. Und ich möchte mich nicht zuletzt auch bei den 100 Statistinnen und Statisten bedanken, die bis spät nach Mitternacht bei Nieselregen und Kälte durchgehalten haben und dem Video erst so richtig Leben einhauchen.

MEINE-STADTAm Donnerstag, 02.09.10 findet auf Puls4 im Stadtreport (17.30 Uhr) die TV-Prämiere statt. Am Sonntag, 05.09.10 steigt im Flex das Konzert MEINE STADT mit Nazar, Chakuza, Raf Camora und Kamp.

22. April 2010

Ohne Worte...

Ö3-Interview mit FPÖ-Jugendreferentin aus Wels...

19. April 2010

Herbert Kickl: Blauer Mastermind, Drama-Queen und UFO-Philosoph

Blauer-Mastermind-Herbert-KicklHerbert Kickl war wohl schon in seiner Jugend ein Fan von unerklärlichen Phänomenen und Verschwörungstheorien. Heute ist er Generalsekretär der FPÖ, der größten österreichischen Rechtspartei und er lässt keine Gelegenheit aus, um sich als die schrillste Drama-Queen der heimischen Innenpolitik in Szene zu setzen.

"Jede Partei braucht einen denkenden und einen handelnden Teil"

Ehemalige Mitarbeiter bezeichnen Kickl als introvertierten und unsicheren Charakter, der in Diskussionen nur allzu schnell die Beherrschung verliert und sich mit untergriffigen Attacken Respekt bei seinen Mitarbeitern verschafft. Was wohl einen Menschen antreibt, der hinter Sprüchen wie „Daham statt Islam“ und „Soziale Sicherheit für unsere Leut´“ steckt?

„Jede Partei braucht einen denkenden und einen handelnden Teil “, wird Kickl zitiert und tatsächlich wirkt es so, als habe Kickl mit Strache die passende Handpuppe gefunden, die seine Wünsche ohne lästiges Nachfragen sofort umsetzt. Mit Jörg Haider konnte sich Kickl lange nicht so austoben wie mit Strache. Der gescheiterte Zahntechniker Strache scheint in Kickl wiederum den Konterpart gefunden zu haben, den er in seiner Jugend gebraucht hätte. Kickl hätte ihm damals davon abgeraten, bei Wehrsportübungen durch den braunen Dreck zu robben - sowas hat den FPÖ-Mastermind seit jeher nur wenig interessiert. Vielmehr war es die Welt der Philosophie, in der sich der ewige Student Kickl wiedergefunden hat. Ohne Kickl´s Anweisungen bringt seine Handpuppe HC-Man keinen klaren Gedanken hervor, Kickl gefällt sich in der Rolle des blauen Masterminds. Er spielt sich mit seiner Handpuppe HC-Man - und HC-Man folgt und folgt und folgt und folgt...

Sein Unverständnis für die Lebenswelten und Bedürfnisse junger Menschen hat ihn heuer zu einem seiner größten Fehler verleitet:

Kickl ließ seinen HC-Man rappen ohne die Essenz des HipHop zu verstehen

Kickl ließ seine Handpuppe HC-Man rappen, somit begab er sich naiv und nichtsahnend in die Welt des HipHop. Und das lassen sich wahre HipHop Artists nicht bieten. Nach dem Motto "HC-Rap ist eine Beleidigung für die HipHop Kultur" entstanden unzählige Diss-Raps und Anti-Strache Events, die Kickl jahrelang systematisch ignorierte. Klar - jede Aufmerksamkeit auf diese immer breiter werdende Jugendbewegung hätte sich marketingtechnisch negativ auf den HC-Man ausgewirkt. Aber als eine Tageszeitung das zwei Jahre alte Video eines 14-jährigen zum Thema machte, konnte Kickl nicht mehr so tun, als ob es keine breite Anti-Strache Jugendbewegung gäbe und er ging in die Offensive. Er drohte dem jungen Künstler mit Klagen und Staatsanwaltschaft und die Menschen schüttelten nur mehr den Kopf. Wenn die HC-Puppe aus marketingtechnischen Überlegungen vermeintlichen HipHop macht, darf sie sich nicht wundern, wenn der HipHop sich das nicht bieten läßt. Wenn ich in den Boxring steige, darf ich mich doch auch nicht wundern, wenn ich ein paar abbekomme.

Kickl pusht BIG DNC auf über 90.000 Views

Die Konfrontation mit der Jugendkultur wirkte sich anscheinend auf Kickl´s Ausnahmezustand dermaßen lähmend aus, dass er nicht anders konnte als wilde Verschwörungstheorien über die Entstehung des Diss-Videos zu entwickeln. Mit Erfolg: Zwar übernahm kein einziger Journalist Kickls krude Verschwörungstheorien rund um UFOs, Internetfirmen und angebliche Hasswerber – aber die Aufrufe des HipHop Videos erreichten auf YouTube innerhalb von einer Woche über 90.000 Views.

Die Pleiten-Pech-und-Pannenserie des Herbert Kickl

Kickl hat sich in der jüngsten Vergangenheit einige folgenschwere Patzer geleistet. So geht es einem, wenn er mit seiner Puppe widerspruchslos alles machen darf, was ihm so in den Sinn kommt:
  • Kickl nervt den ORF so lange, bis sich der Kaiser herabläßt und HC-Man eine Audienz gewährt - der HC-Man wird von Kickl katastrophal schlecht gebrieft, kann ab der ersten Minute intellektuell nicht mithalten und ist seitdem DIE Lachnummer in den Schulklassen;
  • HC-Man und die Kärntner Chaos Partie sorgen seit ihrer Wiedervereinigung für Gelächter, die verspekulierten Steuermillionen der Kärntner Hypo für blankes Entsetzen;
  • Frau Barbara Rosenkranz zerstört als FP-Präsidentschaftskandidatin nicht nur das über Jahre erworbene Jugendimage der FPÖ, sie gilt auch bis in die blaue Stammwählerschaft hinein als Österreich´s Schande. Darüberhinaus müssen Kickl, HC-Man und Frau Rosenkranz über 35% schaffen, das ist das selbsterklärte Ziel der HC-Puppe (als er diese Aussage tätigte und Rosenkranz somit schwerst unter Druck setzte, mußte Kickl wohl auf Urlaub gewesen sein);
  • HC-Man inszeniert vor laufender ORF-Kamera einen vermeintlichen TV-Skandal, kündigt einen Lügendetektor-Test an und sagt dann doch ab. HC-Man hört Stimmen;
  • nebenbei droht HC-Man zwei rechten - sozial benachteiligten - Jugendlichen mit Klagen und Anwälten und läßt sie im Stich, sobald es ihm opportun ist - mit dem Effekt, daß nun auch das Image als Retter der Entrechteten irreversibel zerstört ist;
  • und vor kurzem eben die vollkommen falsche Reaktion auf Angriffe aus der jungen HipHop Szene (BIG DNC´s Diss Video), Kickl läßt seinen HC-Man mit der Jugend nur mehr über Anwälte kommunizieren.
Bis vor einigen Monaten herrschte die Meinung vor, daß Kickl seinem HC-Man zum großen Wiener Wahlsieg verhelfen wird. Nun scheint es so, daß sich HC-Man nicht einmal mehr auf Kickl´s strategische Fähigkeiten verlassen kann. Eine intelligente Alternative hat die FPÖ nicht anzubieten. Die FPÖ ist auf der Verliererstrasse.

Demoralisiert von all diesen Fehlern und strategischen Fehleinschätzungen, die sich etwa in der Wiener Wirtschaftskammerwahl niedergeschlagen haben und davon, dass sich niemand für seine UFO-Theorien interessiert, kann sich Kickl nun endlich wieder seinem Lieblingshobby – der germanischen Sagenwelt – widmen und weiter UFOs am Nordpol suchen. Ich wünsche Herrn Kickl viel Erfolg!



Bildquelle: http://www.datum.at/0908/stories/5152952

2. März 2010

Rosenkranz´ Kandidatur ist eine Schande, Graf´s Fans auch

Strache_und_RosenkranzBarbara Rosenkranz (FPÖ) kandidiert für das Amt der Bundespräsidentin. Rosenkranz ist Vertreterin des extrem rechten Spektrums, der es gelungen ist, sich trotz ihrer Radikalität im politischen Establishement fest zu setzen. Rosenkranz´ Antreten würde in jedem anderen aufgeklärten Land für einen Aufschrei der Entrüstung sorgen, die Medien würden sich mit Schlagzeilen überschlagen. Aber in Österreich herrscht - bis auf ein paar Ausnahmen - Stille. Die lange Tradition der Toleranz gegenüber rechten Radikalismen trägt genauso dazu bei wie der demokratische Sündenfall Wolfgang Schüssel´s, als er im Jahre 2000 die Haider-FPÖ zur Regierungspartei emporgehoben hat. Wenn die rechten Recken bis dahin nicht salonfähig waren, waren sie es spätestens seit 2000. Diese Schuld wird Schüssel und all seine MittäterInnen ewig mit sich herumtragen.

Rosenkranz ist trotzdem nicht nur eine traurige Fortsetzung dieser Spirale nach unten. Denn immerhin kandidiert nun eine bekennende Deutschnationale, die das Familienbild der Nazis mindestens subkurtan favorisiert. Martin Graf als 3. Nationalratspräsident ist eine demokratiepolitische Katastrophe (an der leider auch einige VertreterInnen meiner eigenen Partei Mitschuld tragen), eine Barbara Rosenkranz als Bundespräsidentschaftskandidatin ist jedoch eine noch größere Schande, der Abschaum des österreichischen politischen Spektrums greift nach dem höchsten Amt im Staate.

Nun sind alle Menschen guten Willens - egal ob rot, schwarz, grün oder parteiungebunden - dazu aufgerufen, sich mit einer solchen Situation nicht zufrieden zu geben und mit allen möglichen und legalen Mitteln zu demonstrieren.

Martin Graf´s Fans
Um eingen meiner LeserInnen eine kleine Kostprobe zu geben, wie diese Leute ticken: Martin Graf, 3. Nationalratspräsident und einer der besten Kameraden Rosenkranz´ hat eine Facebook-Fangruppe. Auf dieser Fangruppe darf sich etwa ein gewisser Rudolf Loidl darüber mokieren, warum denn "eine Scheiss Kanaken Sau" Austria´s Next Top Model werden darf. Seht nur selbst.
Fangruppe von Martin Graf auf Facebook
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25. Februar 2010

Strache hat im Swinger Club sein neues politisches Zuhause gefunden

Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit. Die primitiven Attacken der FPÖ gegen die Freiheit der Kunst sind ein demokratiepolitisches Alarmsignal. Wieder zieht der ‚Clown’, (Copyright: BigDNC), das politische Niveau um ein Stückchen weiter runter. In typischer FPÖ-Manier ‚laut schreien, aber nichts wissen’ hetzt Strache gegen ausländische Künstlerinnen und Künstler und strotzt dabei vor Unwissenheit und Unwahrheiten.

Die Wiener FPÖ scheint ein ganz besonderes Verhältnis zum Rotlichtmilieu zu haben – habe sie doch bereits vor Jahren mit Herrn Hilmar Kabas einen eigenen ‚Rotlicht-Ermittler‘ ins Rennen geschickt. Mit dem Swinger Club in der Secession hätten nun auch Strache & Co ihr neues politisches Zuhause gefunden. Was bisher als ‚Sicherheitschecks’ galt, sei aber entgegen der FPÖ-Intention immer mehr zur Gratiswerbung für den Schweizer Provokationskünstler Büchel geworden.

Wir kennen den Kunstbegriff der FPÖ, der bei alten Soldatenliedern beginnt und bei fragwürdigen Weltkriegs-Medaillen am Wiener Naschmarkt endet. Dieser Auffassung stellen wir uns – als Sozialdemokratinnen und – Demokraten aber auch als kritisch denkende Menschen – ganz klar entgegen! Solange Künstlerinnen und Künstler ihrer Werke wegen um ihr Leben fürchten müssen, Bücher verbrannt und gegen Ausstellungen gehetzt wird – solange müssen wir auch für das Existenzrecht jener Kunstwerke eintreten, die sich unserem persönlichen Geschmack und Kunstbegriff entziehen. In diesem Sinne ist das Motto der Secessionisten heute so aktuell wie im Gründungsjahr 1879: ‚Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit.’

Ich bitte all jene, denen die Freiheit der Kunst am Herzen liegt und die Primitivität der FPÖ am ... geht darum, der neuen Facebook-Gruppe "Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit." beizutreten. Auch die Secessionisten sind bereits Mitglieder;-)