Tag: Wien

12. Dezember 2012

Die Freiheit der Kunst ist unantastbar

Der-Kunst-ihre-FreiheitDas Böse ist nicht durch Zensur desselben zu besiegen sondern nur in einer offenen und freien Gesellschaft

In der Wiener Kunst,- Kultur- und Politlandschaft findet zurzeit ein sehr wichtiger Diskurs statt. Es geht um die zentrale Frage, ob die Politik Einfluss auf künstlerische Darbietungen ausüben soll. Ich sage: nein, unter keinen Umständen. Die Freiheit der Kunst ist nicht nur ein Ideal der humanistischen Linken sondern, auch eine der wenigen tragenden Säulen einer freien Gesellschaft.

Ausgangspunkt dieser Diskussion ist die vor einigen Tagen erfolgte Absage eines Konzertes der Band „Die Hinichen“, in einem von der Stadt Wien subventionierten Kulturbetrieb, nach einem Telefonat eines Gemeinderatskollegen von den Grünen mit dem Betreiber eben dieses Kulturbetriebs. Die „Hinichen“ – bestehend aus Frauen und Männern - beschreiben sich selbst als „Prolo-Rock-Kabarett“ und machen mit niveaulosen, frauenfeindlichen, sexistischen und menschenverachtenden Werken auf sich aufmerksam. Die Grenzüberschreitung und das bewusste Spiel mit politischer Unkorrektheit zwecks Provokation scheint die Strategie dieser Band zu sein. Es soll lustig sein. Ich finde es nicht lustig. Nicht mein Geschmack, nicht mein Stil – ich wende mich mit Abscheu ab. Ich werde solche Geisteshaltungen politisch immer bekämpfen.

ABER! Darf/soll/muss ich als (Kultur)-Politiker einschreiten? Darf/soll/muss ich Einfluss auf die Programmierung oder Einmietungsstrategie von Kulturbetrieben ausüben? Darf/soll/muss ich Einhalt gebieten, wenn Darbietungen extremster Art gebracht werden? Oder anders gefragt: Habe ich als (Kultur)-Politiker das Recht, meine eigenen politisch-moralischen Überzeugungen über das Ideal der Freiheit der Kunst zu stellen? So emotional aufwühlend es auch ist, auch solche Kunst wie die der „Hinichen“ zu dulden; so sehr mir die hinichen Texte durch Mark und Bein gehen; so sehr ich davon überzeugt bin, daß sie die Welt nicht besser, sondern schlechter machen – weil ich Demokrat und Humanist sein möchte, sehe ich eine meiner Pflichten auch darin, mit dem Geiste zu denken und mit dem Herzen zu fühlen, und nicht umgekehrt. Und deswegen erachte ich es jetzt als meine demokratische Pflicht zu rufen: Hände weg von der Freiheit der Kunst!

Ob die Zurufe nach Einschränkungen aus der reaktionär-konservativen Ecke kommen, ob vom Boulevard oder aus der linken Zivilgesellschaft: Hände weg von der Freiheit der Kunst!

Ich selbst habe meine Kindheit in einem totalitären Regime erlebt und erfahren, was mit einer Gesellschaft geschieht, die Denkverboten, Tabu-Vorgaben und Einschränkungen des Geisteslebens ausgesetzt ist. In einer solchen Gesellschaft schwindet mit der Zeit die Lust am Diskurs, es macht sich eine geistige Apathie breit und irgendwann arbeiten nur mehr Produktionseinheiten nebeneinander her, anstatt, daß Menschen miteinander leben. In einer solchen Gesellschaft fehlt in einem Notfall ein zivilgesellschaftliches Korrektiv, weil die Unfreiheit auch das wertvollste erodiert hat, was wir Menschen haben: unseren freien, schöpferischen Geist.

In einer solchen Gesellschaft ist es dann ein Leichtes, Minderheiten oder Schwache zu verfolgen.

Eine geistdurchdrungene und reife Gesellschaft ist immer noch das stärkste Bollwerk gegen gesellschaftszersetzende Tendenzen. Ein „starker“ Staat alleine ist es keineswegs!

Unsere effektivste Waffe gegen Sexismus, Rassismus, Faschismus, Stalinismus oder Xenophobie ist einzig und allein der freie Geist, der sich aber nur in einer freien Gesellschaft ausformen kann und der nur in einer freien Gesellschaft zu seiner vollen Entfaltung kommt.
Ein Kind wird sich nur dann zu einem freien und verantwortungsbewussten Erwachsenen entwickeln, wenn es im richtigen Alter auch mit den bösen und gesellschaftszersetzenden Tendenzen konfrontiert wird und in diesem Moment nicht alleine gelassen wird. Umso wichtiger ist die Bildung und Sensibilisierung in der Familie, in der Schule, durch die Politik und die Medien.

Ich persönlich erachte die Kunst der „Hinichen“ als geistigen Müll. Mir wäre es am liebsten wenn sie irgendwann kein Publikum mehr haben. Aber hätten wir als Gesellschaft je gelernt, Mülltrennung zu betreiben, wenn wir uns selbst angelogen hätten, daß es gar keinen Müll gibt? Nein. Und deswegen fordere ich dazu auf, sich auch mit dem geistigen Müll zu befassen (der übrigens nicht nur von den „Hinichen“ verursacht wird sondern in viel schädlicherem Ausmaß – weil intelligenter verpackt - von Hasspredigern aus Politik und Medien). Erst durch die kritische Befassung mit geistigem Müll löst er sich auf, nicht durch Zensur, Wegschauen, Wegsperren oder Ignorieren.

Auch wenn es für uns alle eine große Herausforderung an Geist und Seele ist: die Freiheit der Kunst ist unantastbar.

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Weiterführende Links:

Artikel in der Presse: http://diepresse.com/home/kultur/popco/1321913/Kontroverse-um-Die-Hinichen

Artikel im Standard: http://derstandard.at/1353208604720/Absage-von-Hinichen-Konzert-IG-Autoren-spricht-von-Schande

Blogbeitrag meines Grünen Kollegen Klaus Werner Lobo: http://klauswerner.com/2012/12/09/uber-freiheit-kunst-und-zensur/#more-1818

24. Februar 2012

Gemeinderat Wien: Alle gegen ACTA

STOPP ACTAACTA und ANONYMOUS sind Erscheinungen unserer Zeit. ACTA verspricht Sicherheit durch Überwachung. ANONYMOUS hingegen zeigt uns die technischen und moralischen Grenzen von Sicherheit und Überwachung auf.

Nicht alles was technisch möglich ist, dient auch dem Wohle der Gesellschaft. Das Durchleuchten sämtlicher Internetkommunikation ist der erste Schritt zum "chinesischen Internet" weltweit.

Google, Facebook und Twitter sind freiwillige, offene Angebote. Sie alle sind vom Vertrauen der Menschen abhängig. Würde einer dieser Dienste Daten weitergeben und nicht nur intern verwerten, würden sich sehr schnell viele Menschen von diesen abwenden und sich neue Alternativen suchen.

Wir Politikerinnen und Politiker sind genau so von dem Vertrauen der Menschen abhängig. Ein Vertrauen, das wir allen schuldig sind. Vertrauen, das heute einmal mehr auf dem Prüfstand steht.

ACTA: über die Internetüberwachung zum Überwachungsinternet


Natürlich muss der Schutz geistigen Eigentums diskutiert werden können, jedoch verwehren wir uns entschieden gegen diese Art von "Gesetzes-Schmuggel". Die Macherinnen und Macher von ACTA reden zwar vom Schutz geistigen Eigentums, sie propagieren gleichzeitig ein Orwellsches Internet.

Heute verabschieden wir im Wiener Gemeinderat einen Resolutionsantrag, der in kürzester Zeit immer mehr Unterstützerinnen und Unterstützer gewonnen hat. Mein Kollege Gemeinderat Siegi Lindenmayr - ein Vorkämpfer in Belangen der Freiheit im Internet - hat den Antrag gemeinsam mit unserem Koalitionspartner GRÜNE anscheinend so gut verfasst, daß nach der Reihe die ÖVP und die FPÖ aufgesprungen sind. Ich freue mich über die parteienübergreifende Einigkeit im Kampf gegen ein "chinesisches Internet" und hoffe, daß die Wiener Einigkeit auch das EU-Parlament erfasst.

Download Antrag im Wortlaut ACTA_Allparteienantrag_Wien_24_2_2012 (pdf, 799 KB)

Gemeinsame Presseaussendung mit Klaus Werner-Lobo: SP-Baxant/Grüne-Werner-Lobo: #ACTA #fail

Bild: zdf.de

23. Januar 2012

Die 6 roten Positionen für ein gutes Wiener Zusammenleben

WIENIn Wien leben Menschen aus 183 Ländern der Erde. Sie leben, wohnen und arbeiten in einer der lebenswertesten Städte der Welt. Sie kommen in all ihrer Unterschiedlichkeit weitgehend gut miteinander aus. Wo es Probleme im Zusammenleben gibt, wird versucht, sie zu lösen. Gemeinsam, friedlich, aber auch mit Nachdruck, wenn nötig. Denn Wien soll ein guter Platz zum Leben bleiben. Das Wien, das mitten in einer Zeit globaler Veränderungen Sicherheit, Chancen, Zukunft und ein gutes Lebensgefühl geben soll.

Damit das Zusammenleben funktioniert, müssen Grundsätze beachtet und vor allem auch gelebt werden. Menschen in der Wiener SPÖ haben auf Basis der großen Mitgliederbefragung 2011 erarbeitet, wie diese elementaren Spielregeln des Zusammenlebens und Zusammenhalts in unserer Gesellschaft lauten und sie in den Wiener Positionen zusammengefasst. Die Wiener SPÖ stellt sie nun der breiten Öffentlichkeit zur Diskussion, ich möchte sie den Leserinnen und Lesern meines Blogs auch nicht vorenthalten. Hier die von mir unkommentierten Positionen für ein gutes Zusammenleben:

Wer in Wien leben will, soll sich auch zu Wien und zu einem Zusammenleben in Respekt und Rücksichtnahme bekennen.
Ein wesentlicher Teil der Wiener Lebensqualität ist eine typische Wiener Lebensart, die nicht nur in unserer Stadt, sondern auch international geschätzt wird. Sie stützt sich auf eine europäische Kultur und Grundwerte wie Demokratie, Rechtsstaat, Trennung von Staat und Religion, Gewaltfreiheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Gleichheit von Frauen und Männern. Bei aller Weltoffenheit erwar-ten wir, dass diese Grundwerte und die Menschenrechte von allen in dieser Stadt respektiert werden. In Wien darf es keine Ausgrenzung von Menschen geben. Wien bemüht sich um ein Miteinander auf allen gesellschaftlichen Ebenen und in allen Stadtteilen. Basis dafür sind gemeinsame Regeln und die gemeinsame Sprache.

Die gemeinsame Sprache in Wien ist Deutsch. Wer hier leben will, muss Deutsch können.
Die gemeinsame Sprache der Verständigung in Wien ist Deutsch. Es besteht die Verpflichtung, Deutsch zu lernen. Erst die gemeinsame Sprache ermöglicht das Verstehen der Wiener Lebensart. Deutsch ist die Voraussetzung für Integration und ein auf allen Seiten funktionierendes Zusammenleben. Deutsch eröffnet persönliche und berufliche Aufstiegschancen. Mehrsprachigkeit hilft bei der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung. Zeitgemäße Einrichtungen wie Kindergarten und Ganztagsschule helfen bei der Integration und der Entwicklung von Kindern zu gebildeten, aufgeschlossenen und mündigen Erwachsenen.

Wien wächst und ist auf dem Weg zur 2-Millionen-Metropole. Das ist gut so. Internationalität und Weltoffenheit sind die Voraussetzungen, damit Wien erfolgreich bleibt und Chancen auf Arbeit und Wohlstand bietet.
Die „Stadt ohne Ausländer“ gibt es im 21. Jahrhundert nicht. Vielfalt ist auch in Wien Realität und alles, was die Stadt und unsere Gesellschaft bereichert, ist willkommen. Wien wächst, weil diese Stadt attraktiv ist wie kaum eine andere. Damit alle, die bereits hier leben, Chancen auf gute Arbeit und persönlichen Aufstieg haben, muss Wien ein starker Wirtschaftsstandort bleiben. Wo Fachkräfte fehlen, ist Zuwanderung notwendig. Sie muss klar geregelt sein. Ausbildung und Aufstiegschancen für Menschen, die bereits hier leben, müssen aber Vorrang haben.

Der Zugang zu sozialen Leistungen unserer Stadt und Gesellschaft gilt für alle. Jede/r muss aber zur Gemeinschaft und zum Erhalt der sozialen Sicherheit für alle beitragen.
Wien hält den Grundwert des Zusammenhalts hoch. Auch neuen Mitbürgerinnen, Mitbürgern und ihren Kindern müssen daher soziale Sicherheit, Aufstiegschancen und ein besseres Leben ermöglicht werden. Zugleich wird ihr Beitrag zur Gemeinschaft und zum guten Zusammenleben erwartet. Die Leistungen der Zuwanderinnen und Zuwanderer zum gemeinsamen Sozialsystem sind unverzichtbar und stellen sicher, dass dieses auch in Zukunft finanzierbar bleibt.

Alle Bevölkerungsgruppen sollen in Wien aktiv am gesellschaftlichen Leben mitwirken. Sie sollen sich in ihrem privaten Umfeld, in ihrer Arbeitswelt, in öffentlichen Einrichtungen und in der Politik engagieren können.
Im nachbarschaftlichen Zusammenleben, in der Wirtschaft und in öffentlichen Einrichtungen wie dem Gesundheitssystem oder dem Bildungswesen nehmen neue Wienerinnen und Wiener schon heute viele wichtige Aufgaben wahr. Sie tragen damit zum Gemeinwohl und zur Akzeptanz von Zuwanderinnen und Zuwanderern bei. Auch in der Politik sollen sich Zuwanderinnen und Zuwanderer engagieren und sichtbar Verantwortung für die Gestaltung des gemeinsamen Lebensumfeldes übernehmen können.

In Wien kann man einer Religion angehören oder auch nicht. Verhaltensweisen, die unseren gesellschaftlichen Regeln und Werten widersprechen, sind aber nicht erwünscht.
Religionen und Weltanschauungen können in Wien frei ausgeübt werden (öffentlich und privat). Das ist ein Menschenrecht. Wien setzt auf den Austausch von Wissen, auf gegenseitigen Respekt und den Abbau von Vorurteilen zwischen Religionen und Kulturen. Religiöser Fundamentalismus jedoch (egal aus welcher Richtung) wird nicht geduldet. Religiöse Bauten und Vereinslokale unterliegen ausnahmslos den gleichen Vorschriften wie andere Bauwerke auch.

24. Juni 2011

Stadt Wien: 250 Pflegekräfte werden dringend gesucht!

waff250 Wienerinnen und Wiener können bald einen Job als Heimhelferin oder Heimhelfer beginnen. Der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) fördert gemeinsam mit dem AMS die dreieinhalb Monate dauernde Ausbildung. Das Besondere an diesem Angebot: Wer in die Ausbildung aufgenommen wird, hat den Job nach der Ausbildung fix in der Tasche. Die Ausbildung ist für die TeilnehmerInnen kostenlos, sie bekommen währenddessen die Kosten für die Lebenshaltung durch das AMS ersetzt, vom künftigen Dienstgeber gibt es einen finanziellen Zuschuss.

Renate Brauner"Mit diesem Angebot helfen wir gezielt mit, den Personalbedarf im Sozial- und Pflegebereich zu decken und vor allem bieten wir zahlreichen Wienerinnen und Wienern die Chance auf einen beruflichen Neustart", betont auch Wiens Vizebürgermeisterin Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner. Die Stadt Wien leistet sich mit dem waff als einziges Bundesland zusätzlich zum bundesweit agierenden AMS ein eigenes Arbeitsmarktinstrument.

Und so funktioniert's:
Interessierte Wienerinnen und Wiener, die arbeitslos sind oder deren Dienstverhältnis bald endet, können sich beim waff Personalfinder bewerben und durchlaufen anschließend ein Auswahlverfahren. Dabei werden die persönliche Eignung und Motivation genauso getestet wie z.B. Sprachkenntnisse. Das ist wichtig, denn wer im Pflegebereich Fuß fassen möchte, muss sich der Belastungen und Herausforderungen bewusst sein.

Wie wichtig die Unterstützung des Pflege- und Sozialbereichs durch den waff ist, unterstreichen die Zahlen: Alleine heuer wurden bereits über 200 Personen als HeimhelferInnen ausgebildet, seit Start des Angebots im Jahr 2003 sind über 1.750 Personen in den Job als HeimhelferIn eingestiegen.

Und hier bewirbt man sich:
waff Personalfinder
01 217 48 - 777
www.personalfinder.at

20. Mai 2011

Life Ball 2011: ein Outfit gegen Intoleranz

Foto: Jürgen Hammerschid Quelle: lifeball.org
Vor 30 Jahren wurde das HIV-Virus entdeckt. Bis heute hat es weltweit mehr als 25 Millionen Todesopfer gefordert. Veranstaltungen wie der Life Ball erfüllen eine lebenswichtige Funktion: sie machen auf die Gefahren aufmerksam, klären auf und es kommt Geld zusammen. Bürgermeister Häupl stellt das Rathaus auch heuer wieder kostenlos zur Verfügung, er wird den Life Ball 2011 auch eröffnen.

Der Life Ball 2011 steht heuer unter dem Motto "Luft". Wie jedes Jahr ist man gespannt auf die ausgefallensten Design-Kreationen - teilweise aber auch gebannt, ob sich nicht schon wieder irgendwo ein "Penismann" präsentieren will/muss. Egal, der Life Ball 2011 steht auch für Offenheit und einen offensiven Kampf gegen alles Verkrustete und Spießige. Und das ist auch gut so.

...also sind die Pandemie-Masken doch noch zu etwas gut

Ich werde heuer nicht zum Life Ball gehen, will meinen Leserinnen und Lesern im Vorfeld jedoch ein Outfit präsentieren, von dem ich persönlich begeistert bin. Unter Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) wurden vor Jahren hunderttausende Pandemie-Masken angeschafft, sie wurden (erwartungsgemäß) nicht verwendet, haben ein Ablaufdatum und dürfen nicht mehr verwendet werden. So liegen heute tausende Pandemie-Masken nutzlos in ganz Österreich in Vereinen und Institutionen herum.

Tanja Wehsely´s Life Ball Kleid Der Verein TEMA-Wien und meine Kollegin Tanja Wehsely haben sich etwas ganz spezielles einfallen lassen: die Umwandlung der sinn- und wertlosen Pandemie-Masken in ein Symbol gegen Intoleranz, die Masken hätten vor einer Pandemie schützen sollen, als Kleid schützen sie nun vor Intoleranz und sind eine schöne Hommage an das heurige Luft-Motto.

Tanja hat mir einen Link mit Bildern gemailt und dazugeschrieben: "wir dachten uns, man kann sich vortrefflich gegen die böse krankheit intoleranz schützen damit! Es hat irgendwie auch was leichtes – siehe dieser wahnsinns-hut der nur aus den bändern dieser masken geknüpft ist!!! mein täschchen hat den red ribbon als griff, auch sehr süss…"

TEMA-Wien zeichnet für Idee und Produktion verantwortlich

TEMA ist einerseits ein Kleinunternehmen, das als textiler Gewerbebetrieb höchste qualitative Kriterien erfüllt, andererseits ein Dienstleistungsbetrieb, der Menschen mit geistiger Behinderung die Möglichkeit bietet innerhalb eines professionellen Teams anspruchsvolle Arbeit zu leisten. Die Textilmanufaktur vollbringt Basisarbeit auf dem Gebiet der integrativen Zusammenarbeit. Derzeit gibt es in Österreich keinen weiteren Betrieb, in dem bei der Herstellung von Produkten von derart hohem qualitativem Niveau, Menschen mit geistig und mehrfacher Behinderung in alle Schritte des Arbeitsprozesses eingebunden sind.

Spenden via Handy ab sofort wieder möglich

Auch heuer gibt es wieder die Möglichkeit via Handy zugunsten des Life Balls zu spenden. Senden Sie eine SMS mit dem Spendenbetrag (€ 1,- bis € 70,-) an +43 676 8007676. Nähere Informationen sind hier zu finden...

Links:
Life Ball
TEMA-Wien
Tanja Wehsely

13. Mai 2011

11.6: Andersrum ist nicht verkehrt in Mariahilf - das bunteste Strassenfest Wiens

Andersrum ist nicht verkehrt in Mariahilf Mariahilf feiert die Offenheit und Toleranz - feier mit uns mit! Zahlreiche NGO´s mit Information und ein schwungvolles Bühnenprogramm erwarten dich! Das Straßenfest ANDERSRUM IST NICHT VERKEHRT IN MARIAHILF ist seit 6 Jahren ein Höhepunkt der Wiener Homosexuellen-Szene. Neben einem interessanten Bühnenprogramm werden Infos zu und von LSBT-Vereinen und Initiativen geboten. Das Straßenfest ist derzeit die einzige Wiener Veranstaltung, die den Lesbis- Schwulen- Bi- und Transgender (LSBT) NGO´s die Möglichkeit der gemeinsamen und konzentrierten Präsentation bietet. Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann (SPÖ) hat das Fest initiiert.

Die bewusste Konzipierung einer Veranstaltung im öffentlichen Raum unter Tag als „Straßenfest mit Kunst und Musik“, bietet BesucherInnen einen niederschwelligen Zugang zur Information und Auseinandersetzung mit den Themen LSBT und trägt somit direkt zum Abbau von Grenzen und Vorurteilen bei.

Somit ist dieses Event, bei aller Feierstimmung, vor allem eine Aktion um die Achtung und Toleranz von gleichgeschlechtlicher und alternativer Liebes- und Lebensweisen zu fördern und ein starkes Signal gegen Homophobie!

Show your face!

2011 ist das Straßenfest erstmals Partner der Vienna Pride und Regenbogenparade! Somit stellt das Straßenfest, dass eine Woche vor der Parade und am Wochenende vor der offiziellen Pride Week stattfindet, quasi das inoffizielle Kick off zu der, für LSBT Menschen, wichtigsten und buntesten Woche des Jahres dar. Das Motto „Show your face“ wird auch Untertitel des Straßenfestes 2011, Aktionen dazu sind geplant.

Das Fest auf Facebook: http://www.facebook.com/pages/andersrum-ist-nicht-verkehrt-in-Mariahilf-11-Juni-2011-1300-bis-1900/113999208684864?sk=wall

Das Bühnenprogramm (Stand: 13. Mai 2011, Änderungen vorbehalten)

13.00 bis ca. 14.00 Mad‘elles Life Band FOLK / INDIE ROCK
14.00 bis ca. 14.15 Eröffnungsansprachen BV Renate Kaufmann und andere…
14.15 bis ca. 15.00 Zirkus "Orange" - (Truppe von Radio Orange -Gesang und Kleinkunst…)
15.00 bis ca. 15.30 Alexander Georg - das Beste aus seinem Programm Schwul - aber nett – Kabarett
15:30 bis ca. 16:30 Die Gablitzers 70er Jahre Musik
16:30 bis ca. 17:30 Herr…liche Damen Travestieshow
17:30 bis ca. 18:15 Sankil Jones – Firestarter ( Pop-Soul Dance)
18:15 bis 19:00 Tamara Mascara DJ-Line

ab ca. 22.00 Official After Party - Heaven Vienna

10. Mai 2011

Christian Oxonitsch fordert eine Bildungsrevolution

Christian Oxonitsch Wiens Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch hat im Rahmen des "Team Talk" im Ringturm einige wichtige und sehr richtige Dinge gesagt, die ich meinen Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten möchte. "Ich hoffe, dass vom Bildungsvolksbegehren ein deutliches Signal ausgeht, dass man grundlegende Veränderungen will!", betonte er. Dass in Österreich seit geraumer Zeit eine bildungspolitische Diskussion geführt werde, hänge vor allem mit wichtigen Entscheidungen auf Wiener Ebene zusammen.

Vor zwei Jahren habe Wien als erstes Bundesland den Gratiskindergarten eingeführt und davor einen Bildungsplan für den Kindergarten geschaffen, der nun als Grundlage auf Bundesebene diene. Wien habe den Kindergarten schon seit längerem als erste Bildungsinstitution begriffen, darüber herrsche nun auch in ganz Österreich Konsens. Dann sei es "Schlag auf Schlag" gegangen: Man habe die frühsprachliche Förderung eingeführt und das Angebot an Betreuungsplätzen laufend ausgebaut. "Mit Erfolg: Wien hat schon jetzt einen Versorgungsgrad von über 30 Prozent an Betreuungsplätzen für 0- bis 3-Jährige und wird Ende des Jahres das Barcelona-Ziel von 33 Prozent erreichen", so Oxonitsch. Damit sei Wien nicht nur Vorreiter unter allen Bundesländern, sondern liege auch weit über dem Österreich-Schnitt von 15,8 Prozent.

Die Einführung des verpflichtenden letzten Kindgartenjahres habe zudem bessere Einstiegsmöglichkeiten in die Volksschule geschaffen: "Das 1 + 1 Fördermodell stellt sicher, dass kein Kind ohne entsprechende Deutschkenntnisse vom Kindergarten in die Schule wechselt."

Grundsätzlich sei kaum ein Politikbereich so veränderungsresistent wie die Bildungspolitik, kritisierte Oxonitsch. Obwohl Wiens Gestaltungskompetenz sehr eingeschränkt sei, habe man dennoch über das Modell der Schulversuche sehr erfolgreich Veränderungen angestoßen. Die Ganztagsschule und die kooperative Mittelschule wurden eingeführt. Neue Wege habe Wien auch mit dem Campus Modell beschritten, das dazu beitrage, Übertrittsschwellen abzubauen. In der Diskussion um das neue LehrerInnen-Dienstrecht sei weiters wichtig, dass der bisherige starre Rahmen verändert werde, damit sich LehrerInnen weiterentwickeln können. Davon würden zusätzliche Impulse für neue Lernformen ausgehen.

Oxonitsch setze seine Hoffnung nun in das Bildungsvolksbegehren. Dieses werde sicherstellen, dass die Debatte nicht wieder im Sand verläuft und sich am Ende jene Kräfte durchsetzen, die nichts verändern wollen: "Wir brauchen grundlegende Veränderungen, nicht einen Fleckerlteppich!"

Alle internationalen Modelle würden längst in eine Richtung weisen: "Die gemeinsame Schule der 10- bis 14-jährigen sorgt durch innere Differenzierung dafür, dass sich die SchülerInnen nach ihren Stärken und Schwächen gemeinsam weiterentwickeln. Auch werden soziale Unterschiede dadurch am besten ausgeglichen." Mittlerweile zeige sich auch beim Koalitionspartner ÖVP in dieser Frage etwas Bewegung. Klar sei, so Oxonitsch: "So kann es nicht weitergehen!"

Links:
Christian Oxonitsch Website
Christian Oxonitsch auf Facebook

9. März 2011

Du und deine Band am Donauinselfest? Yes you can!

DIF2011Von 9. März bis 11. Mai 2011 können sich Bands für einen Auftritt am Donauinselfest bewerben und Interessierte online mitbestimmen, wer in die nähere Auswahl kommt.

Nach dem sensationellen Erfolg des ROCK THE ISLAND - TALENT CONTEST im Rahmen des Donauinselfestes im Vorjahr, gibt es auch 2011 die Möglichkeit die Insel zu rocken. Auch dieses Jahr haben alle Interessierten die Möglichkeit, für ihre Favoriten zu voten und bestimmen so das Line Up des Donauinselfestes mit.

Bands, DJs und Solokünstler haben von 09.03.2011 bis zum 11.05.2011 Zeit sich mit Infos, Videos, Fotos und Hörproben ins rechte Licht zu rücken, ihre Community, Freunde und Fans zu aktivieren und einen der begehrten Time-Slots am Donauinselfest 2011 zu gewinnen.

Der Magic Life Rock The Island - Talent Contest bietet die einzigartige Chance einen der heiß begehrten Slots (freigehaltenen Spielzeiten auf den Bühnen) zu gewinnen und ist die einzige Möglichkeit, sich als Act beim größten Open-Air Festival mit freiem Eintritt zu bewerben und das Publikum zu begeistern.

Magic Life Special Awards
Dieses Mal als Special mit dabei: die Magic Life Special Awards! Zu gewinnen gibt es Auftritte im Rahmen der "Magic Life In Concert Tour" als Act vor Kim Wilde, Bob Sinclar oder Semino Rossi!

Die Bühnen
So vielfältig das Musikangebot am Donauinselfest ist, so vielfältig ist auch die Anzahl der Musikkategorien in denen man beim Magic Life Rock The Island - Talent Contest presented by Xpress antreten kann.

Die GewinnerInnen werden auf folgenden Bühnen live performen:

- Radio FM4 / Planet.tt-Bühne (Hip Hop, Alternative, Indie, Electronic)
- Radio Wien / Hitradio Ö3 Festbühne (Pop, Rock)
- ATV / 88.6 Rockbühne (Rock)
- Radio Energy Bühne (House, Electronic)
- Wiener Bezirksblatt Schlager & Volksmusik Bühne (Schlager & Volksmusik)

Die Bewerbung
Gesucht sind Künstlerinnen und Künstler aus ganz Österreich, die verschiedenste Musikstile abdecken, egal ob Rockband, Hip Hop Artist, Schlagersänger oder Electro-DJs. Über die Seite www.donauinselfest.at führt ein Link auf die Donauinselfest-Seite des Event Portal plingg.com. Nach der Registrierung und Zustimmung zu den Teilnahmebedingungen und Regeln kann ein Profil der Künstlerin bzw des Künstlers angelegt werden, nach erfolgreichem Upload eines Demo-Bandes und von Infos, Videos, Fotos und Hörproben damit begonnen werden, Stimmen zu sammeln um sich einen der vorderen Plätze im Ranking zu sichern!

Das Voting
Nicht nur Künstlerinnen und Künstler haben die Möglichkeit sich auf dem Event Portal anzumelden. Jede Userin und jeder User kann für den persönlichen Favoriten abstimmen! Die aktuellen Rankings sowie eine Übersicht aller Bewerberinnen und Bewerber stehen jederzeit zur Verfügung.

Die Besten des Votings ziehen schlussendlich am 27. Mai in die Final Audition in die Ottakringer Brauerei ein. Ausnahmen bilden die Magic Life Special Awards, die Radio Wien / Hitradio Ö3 Festbühne sowie die Wiener Bezirksblatt Schlager & Volksmusik Bühne - hier wird nach Abschluss des online Votings eine Jury zur Bewertung hinzugezogen.

Anmelde- sowie Votingschluss ist der 11. Mai um 14 Uhr.

Im Vorjahr bewarben sich insgesamt 225 BewerberInnen, die über 200.000 Punkte auf sich vereinigen konnten. Den Abschluss bildeten 50 Live Konzerte während der 4 Final Auditions mit an die 2.000 BesucherInnen. Die insgesamt 27 SiegerInnen traten auf den 5 großen Bühnen des Donauinselfestes auf und konnten dort Erfahrungen sammeln und sich einem großen Publikum präsentieren.

Die gesamte Presseunterlage und weitere Informationen, sowie Fotos findest du unter:
http://2011.donauinselfest.at/?lang=de&module=presse

27. November 2010

Die objektive Notwendigkeit: Rot-Grün @ Wien

Haeupl-und-VassilakouWien wird seit letzten Donnerstag von einer Koalition aus SPÖ und GRÜNEN regiert. Ich möchte keinen Hehl daraus machen, daß ich mich innerhalb meiner eigenen Partei gemeinsam mit anderen für Rot-Grün ausgesprochen habe und nun freue ich mich umso mehr.

Rot-Grün ist in Österreich eine innovative Regierungsform, es wurde noch nirgends "ausprobiert". Es liegt nun an den Grünen und uns, aus dieser Regierungsform auch eine zukunftsträchtige und beispielgebende Alternative zu machen. Insoferne haben wir gemeinsam eine Verantwortung, die weit über den Zeitraum der kommenden 5 Jahre hinaus reicht.

Ich bin überzeugt davon, daß eine Alleinverantwortung der SPÖ die beste Regierungsvariante wäre. Jedoch waren die Wiener WählerInnen am 101010 nicht dieser Meinung. Als Demokrat musste ich den Verlust der Absoluten Mandatsmehrheit akzeptieren, mit Rot-Grün haben wir jedoch nicht nur das Beste aus der Situation gemacht - nein, wir haben zweifelsohne einen Beitrag zur Entkramfpung in der österreichischen Innenpolitik geleistet und den potentiellen Grundstein für eine bundespolitische Mehrheit links der Mitte gelegt.

Nun gilt es zu beweisen, daß SPÖ und GRÜNE gut miteinander können und das Rot-Grün auch mit der Wiener Bevölkerung gut kann. Mehr noch als je zuvor gilt es nun genau hinzuhören, die Augen vor Problemen nicht zu verschließen - auch und vor allem dann, wenn diese Probleme manch linke Paradigmen schmerzvoll entzaubern, Stichwort "Zusammenleben in unserer Stadt".

Rot-Grün trägt historische Verantworung

Rot-Grün wird eine starke und wahrnehmbare Antithese sein zu Kickl, Strache und der FPÖ. Die Menschen werden bald merken, daß nur eine linke Gesellschaftspolitik die Probleme der Gegenwart lösen kann und nicht die Endlösungen rechter Hetzer. Und wir werden zeigen, daß linke und keynesianische Budget- und Wirtschaftspolitik wesentlich nachhaltiger sind als neoliberale Politik a´la ÖVP.

Visionen, die beflügen...

Michael Häupl hat letzten Donnerstag eine wunderbare Vision formuliert: "Ich will Wien in der Bildung zur fortschrittlichsten Stadt Europas machen. Ich will Wien jene geistige Größe zurückgeben, die Wien schon einmal hatte."
Ich möchte diese Vision mit all meiner Kraft unterstützen. Denn nur moderne und chancengerechte Bildung birgt die Kraft in sich, soziale Ungerechtigkeiten nachhaltig aufzubrechen. Das ist mit den Grünen wesentlich einfacher als mit der konservativen ÖVP. Rot-Grün will Chancengerechtigkeit, die ÖVP nicht. So einfach ist es. Deswegen ist Rot-Schwarz keine Option.

Michael Häupl formuliert solche Visionen jedoch nicht ohne das Bewußtsein um die Vergangenheit und der daraus resultierenden Verantwortung. Wien war vor 1938 eine der Hauptstädte geistiger Exzellenz. Dieser Schatz wurde zuerst von den Austrofaschisten rund um Dollfuß und dann schlussendlich von den Nazis innerhalb weniger Jahre durch Vertreibung und Massenmord zerstört. An diesem geistigen Aderlass leidet die Stadt noch heute. Echte Bildung bietet die Chance, diesen Schmerz für die Zukunft zu lindern. Vergessen werden und dürfen wir nie!

Rot-Blau wäre WählerInnenverrat und Chaos

Seit der Wahl habe ich einige Gespräche mit enttäuschten FPÖ-WählerInnen geführt, die meinen, daß man die FPÖ doch mitregieren lassen müsse und überhaupt sei es eine Frechheit, daß man Rot-Blau nicht einmal ernsthaft geprüft habe. Dazu folgendes:

1.) Rot-Blau wäre massiver WählerInnenbetrug. Michael Häupl und alle wesentlichen VertreterInnen der Wiener SPÖ haben vor der Wahl - und auch schon lange davor - unmissverständlich und mehrermale klar gestellt, daß eine Koalition mit der FPÖ undenkbar ist. Aus diesem Grund haben viele WienerInnen SPÖ gewählt.
Für jene wenigen, die es noch nicht wissen oder denen moralische Werte nicht wichtig sind: Wir SozialdmekratInnen sind AntifaschistInnen. Insoferne grenzt es fast an Beleidigung von uns zu fordern, mit der FPÖ gemeinsame Sache zu machen! Rot-Blau wäre ein Schlag ins Gesicht sehr vieler Menschen.

2.) Rot-Blau würde kein einziges Problem lösen. SPÖ und FPÖ sind sich in den wesentlichen kommunalpolitischen Bereichen zu 0% einig. Drei Beispiele gefällig?

- die SPÖ sieht in ethnischer Vielfalt eine Chance und wir wissen, daß Wien immer schon eine Stadt der Vielfalt war. Die FPÖ hetzt gegen jede Art von Vielfalt und sieht im "Fremden" schreckliche Gefahren. Die FPÖ hält auch nichts von Integration, im Laufe der letzten Legislaturperiode hat die FPÖ keiner einzigen Integrationsmaßnahme zugestimmt.

- Wir SozialdemokratInnen sehen im sozialen Wohnbau ein Instrument zur Schaffung von mehr Gerechtigkeit und gegen massiv steigende Mietpreise. Deswegen würden wir die Wiener Gemeindewohnung nicht privatisieren. Die FPÖ sieht in den Wiener Gemeindebauten reine Profitinteressen, aus diesem Grund hat die FPÖ auf Bundesebene alle BUWOG-Wohnungen privatisiert. (die BUWOG ist jene Institution, die jene Wohnungen verwaltet hat, die vor der FPÖ-Privatisierung der Republik - also der Bevölkerung - gehört haben). Daß sich namhafte FPÖ-Vertreter (Grasser) bei der BUWOG-Privatisierung schamlos bereichert haben, soll nur eine kleine Randnotiz sein.

- Wir SozialdemokratInnen sind für die Freiheit der Kunst - ohne Wenn und Aber und auch dann, wenn es uns nicht gefällt oder gegen uns gerichtet ist. Die FPÖ hält nichts davon, missliebige Kunstprojekte sollten laut FPÖ weder finanziert werden noch erlaubt sein.

3.) Rot-Blau würde die SPÖ nicht nur zerreißen sondern auch als wichtige linke Volkspartei irrelevant machen. Das wäre schlecht für die SPÖ und schlecht für die Stadt und ihre BewohnerInnen. Ich wäre einer der ersten, die im Falle von Rot-Blau ihre Mitgliedschaft kündigen würden.

Dummer Vorschlag: FPÖ mitregieren lassen, damit sie entzaubert wird

Auch das Argument, man solle die FPÖ doch mitregieren lassen damit sie sich selbst entzaubert ist sehr naiv. Ich frage mich, um welchen Preis?! Was kann die alleinerziehende Mutter dafür, daß irgendwer irgendwen entzaubern möchte? Was können die vielen Jungen dafür, daß die demokratischen Kräfte dieses Landes (inklusive der Zivilgesellschaft und der Medien) es immer noch nicht zustandegebracht haben, die FPÖ zu entzaubern?
Während der Schwarz-Blauen Regierung auf Bundesebene haben zehntausende Menschen ihre Arbeit verloren, die Studiengebühren wurden eingeführt, das Schulsystem wurde in keinster Weise modernisiert und es wurden mehr "Arbeitssklaven" (Saisonarbeitskräfte) ins Land geholt als je zuvor!
Im Nachhinein kann man sagen, daß der österreichischen Bevölkerung durch Schwarz-Blau ein massiver Schaden entstanden ist. Die FPÖ ist jedoch immer noch nicht entzaubert.

Rot-Grün ist objektive Notwendigkeit

Die vollmundige und pubertäre Politik a´la Kickl wird sich nur mit einer mutigen Politik der Antithese entzaubern lassen. Diese mutige Politik wird sichtbar, wahrehmbar und spürbar anders sein müssen.

Ich kenne wenige Beispiele aus der politischen Geschichte, wo die objektive Notwendigkeit einer Sache so schnell erkannt und umgesetzt wurde wie von Bürgermeister Michael Häupl. Er hat sich nicht für das Alte entschieden, auch nicht für das vermeintlich Einfachere oder das bereits Eingeübte. Er hat sich für das objektiv Notwendige entschieden: Rot-Grün.

Bildquelle: diepresse.com

8. Oktober 2010

Mailath-Pokorny: Kulturpolitik in Wien - ein "Beiwagerl"?

I got Mail von Andreas Mailath-Pokorny. Seine Gedanken sind wichtig, deswegen möchte ich sie hier meinen Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten:

Andreas-Mailath-Pokorny Am Sonntag wird in Wien gewählt. Ich lade ein, vom Wahlrecht gebrauch zu machen. Einfach deshalb, weil sonst das Gewicht der anderen Stimmen stärker wird. Ich lade aber auch ein, bei der Stimmabgabe an die Kulturpolitik zu denken.

Viel ist in den vergangenen Tagen und Wochen geschrieben worden über die Abwesenheit kulturpolitischer Themen im Wiener Wahlkampf. Abgesehen davon, dass der Platz für diese Kommentare genau so gut zur tatsächlichen Behandlung der Themen hätte genutzt werden können, geht die Behauptung auch inhaltlich ins Leere: Es gibt viele spannende Ideen und Projekte, etwa der Neubau des Wien Museum oder die verschiedenen Themen, die im Rahmen der von mir initiierten Plattform "Wien denkt weiter" diskutiert wurden und werden.

Jetzt geht es darum, auch bei der Wahl zu zeigen, dass die Kultur ein wesentlicher Bestandteil dieser Stadt ist. Das heißt: Gerade Kulturschaffende und KünstlerInnen sollten am Sonntag ihre Stimme abgeben und in ihrer Entscheidung auch die vorhandenen kulturpolitischen Konzepte berücksichtigen. Denn Kultur ist kein "Beiwagerl" der restlichen Politik. Kultur ist der Kern dessen, was eine Gesellschaft ausmacht, das, was langfristig im Gedächtnis bleibt.

Daher ist es essentiell, dass alle Gesellschaftsschichten daran teilhaben und vor allem auch mitgestalten können. Es geht darum, Experimente zu ermöglichen, die, ja, auch scheitern dürfen. Gibt es diese Sicherheit nicht, ist es unmöglich, Dinge auszuprobieren und neue Ansätze zu entwickeln. Kultur prägt die Stadt, sei es durch ein Klima der Offenheit, das in einer Stadt der Kreativen und der KünstlerInnen herrscht, sei es durch architektonisch richtungsweisende Kulturbauten. Es geht schlicht und einfach darum, dass die Kultur den Stellenwert in der Stadt hat, den sie verdient.

In diesem Sinne versuche ich als Kulturstadtrat tätig zu sein und hoffe, dass ich diese Entwicklung auch in Zukunft gestalten kann.

Dr. Andreas Mailath-Pokorny
amtsf. Stadtrat für Kultur und
Wissenschaft in Wien
www.mailath.at
www.wien-denkt-weiter.at