Tag: Wien

5. März 2010

Wiener Schulumfrage: Aufsprengen verkrusteter Schulformen ist Gebot der Stunde

schuleDurch die größte Schulumfrage in der Geschichte Wiens liegt nun ein sehr aktuelles und genaues Bild vor, wie den Wiener Schülerinnen und Schülern, den Eltern und den Lehrerinnen und Lehrern in und mit ihrer Schule geht. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass die (Schul-)Welt der Sieben- bis Zehnjährigen noch in Ordnung und alle Beteiligten zufrieden seien, danach sei aber ein markanter Abfall in der Zufriedenheit zu verzeichnen.

Diese Tatsache spricht eindeutig für eine gemeinsame Schule: Hier stellt sich ganz offen die Frage, wieso weiter an einem Schulsystem festgehalten wird, das trotz der offensichtlich abnehmenden Zufriedenheit aller Betroffenen, eine unzweckmäßige und künstliche Zäsur beinhaltet. Die Antwort kann nur sein: Weg mit den alten und verkrusteten Strukturen und Platz für eine zeitgemäße Schulform, die den Bedürfnissen der Kinder, Eltern und der Lehrkräfte entspricht.

Christoph Peschek, Jugendgewerkschafter bringt es auf den Punkt: "Wenn 22,6 Prozent der Wiener BerufsschülerInnen unzufrieden sind, dann ist dies ein klares Zeichen. Eine Zersprengung des alten Bildungssystems und eine völlige Neuaufstellung der Berufsschulen sind notwendig. Die FSG-Jugend fordert die Gesamtschule für alle bis zur Vollendung der Schulpflicht und die Abschaffung aller anderen Formen. Im Bereich der Berufsschulen braucht es eine Schulzeiterweiterung auf mindestens zwei Tage pro Woche in allen Lehrjahren und neue
inhaltliche Schwerpunktsetzungen. Nicht nur die Firmeninteressen müssen eine Rolle spielen, sondern vielmehr soziale Kompetenzen sowie die Zukunft der Jugendlichen."

Den Erfolg der Gesamt- oder Neuen Mittelschule kann man in Wien sehr leicht an den Zahlen ablesen: Überall dort, wo eine 'Neue Wiener Mittelschule' angeboten wird, steigt das Interesse rasant. Fast 2.000 Anmeldungen für das kommende Schuljahr an insgesamt 21 Wiener Mittelschul-Standorten sind ein deutliches Zeichen.

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Ergebnisse der Wiener Schulumfrage: PDF als Download

Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch hat Wien´s größte Schulumfrage initiiert: Das sind die Ergebnisse aus Wiens größter Schulbefragung

FSG-Jugend zu Wiener Schulumfrage: Zersprengung des alten Bildungssystems, völlige Neuaufstellung der Berufsschulen ist notwendig!

4. März 2010

10. März: 101010 - WIEN - TALK - FLEX

101010-WIEN-TALK-FLEX2Wenn man den Werten der Aufklärung verpflichtet ist, kann man doch nicht noch etwas Transzendentes auch noch in Betracht ziehen, geschweige denn an so etwas wie an einen Gott glauben? Oder ist es vielleicht so, daß die Aufklärung einen neuen Glauben hervorbringt, bei dem sich der Mensch erst seiner rationalen Möglichkeiten bewußt wird und so eine nahezu gleichberechtigte Beziehung mit Gott leben kann?

Diesen und ähnlichen Fragen werden wir mit interessanten Gästen aus der Sozialdemokratie, der Religion und der Zivilgesellschaft nachgehen.

101010 - WIEN - TALK - FLEX
Aufgeklärt und gläubig - ein Widerspruch?


Mittwoch, 10.03.2010, Beginn 19:00 Uhr
Flex, Donaukanal, Abgang Augartenbrücke
www.flex.at

Es diskutieren:

Amani Abuzahra, Muslimische Jugend, mjoe.at
Katharina Kucharowits, JG-Niederösterreich, kucharowits.at.tt
Christoph Baumgarten, Blogger, politwatch.at
Heinz Vettermann, Landtagsabgeordneter, redbuddha.at

Ich werde die Veranstaltung moderieren.

Im Anschluss: DJ 2 Late, facebook.com/og.faniku

eFlyer: web_back (jpg, 543 KB)

Beitrag auf Puls 4 - Stadtreport


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"101010 - WIEN - TALK - FLEX" ist eine Veranstaltungsreihe, die bis zum 10.10.2010 - dem Tag der Wiener Wahl - jeden 10. des Monats im Flex stattfinden wird. Die Themen werden je nach Aktualität variieren.

"101010 - WIEN - TALK - FLEX" ist eine Initiative der Bildungsabteilung und der Jugendkoordinationsabteilung der SPÖ-Wien.

25. Februar 2010

Ich bin Wien – HipHop Collabo pt. 2

ichbinwien_label_grayscale Aufgrund der positiven Resonanz der „Ich bin Wien“ HipHop Collabo, die von der SPÖ-Wien und der Austrian DJ Federation ins Leben gerufen wurde, wird es im Frühjahr eine Fortsetzung davon geben.
Es sind alle Musikschaffenden aufgerufen eigene Wien-Songs aufzunehmen und einzuschicken, die dann im Rahmen des HipHopConnection Festivals am 21. Mai im Wiener WUK auch live (im Vorprogramm der deutschen Rap-Legende Torch) präsentiert werden.

Damit auch die Produzentinnen und Produzenten nicht zu kurz kommen, gibt es die Möglichkeit einen Remix des bestehenden Titelsongs (mit Deph Joe, Funke, MAdoppelT, A.Geh, Nora MC, MagD, Kid Pex, StvdB, Dauawizzy) einzusenden.

Die Wien-Tracks können als mp3 per Mail bis 25. April an ichbinwien@spoe.at eingeschickt werden. Unter dieser Adresse erhalten die Produzenten auch den Download-Link zu den Vocals des Titelsongs.
Alle Einsendungen werden auf www.ichbinwien.at zu hören sein und von 26.4. bis 5.5. einem Online-Voting auf hiphop.at unterzogen, das darüber entscheiden wird, welcher der Einsendungen es auf den neuen CD-Sampler schafft. Außerdem erhalten die drei am besten Bewerteten jeweils einen Einkaufsgutschein im Wert von Eur 300,- für Aufnahmeequipment bei Friendly House.

25. Februar 2010

Strache hat im Swinger Club sein neues politisches Zuhause gefunden

Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit. Die primitiven Attacken der FPÖ gegen die Freiheit der Kunst sind ein demokratiepolitisches Alarmsignal. Wieder zieht der ‚Clown’, (Copyright: BigDNC), das politische Niveau um ein Stückchen weiter runter. In typischer FPÖ-Manier ‚laut schreien, aber nichts wissen’ hetzt Strache gegen ausländische Künstlerinnen und Künstler und strotzt dabei vor Unwissenheit und Unwahrheiten.

Die Wiener FPÖ scheint ein ganz besonderes Verhältnis zum Rotlichtmilieu zu haben – habe sie doch bereits vor Jahren mit Herrn Hilmar Kabas einen eigenen ‚Rotlicht-Ermittler‘ ins Rennen geschickt. Mit dem Swinger Club in der Secession hätten nun auch Strache & Co ihr neues politisches Zuhause gefunden. Was bisher als ‚Sicherheitschecks’ galt, sei aber entgegen der FPÖ-Intention immer mehr zur Gratiswerbung für den Schweizer Provokationskünstler Büchel geworden.

Wir kennen den Kunstbegriff der FPÖ, der bei alten Soldatenliedern beginnt und bei fragwürdigen Weltkriegs-Medaillen am Wiener Naschmarkt endet. Dieser Auffassung stellen wir uns – als Sozialdemokratinnen und – Demokraten aber auch als kritisch denkende Menschen – ganz klar entgegen! Solange Künstlerinnen und Künstler ihrer Werke wegen um ihr Leben fürchten müssen, Bücher verbrannt und gegen Ausstellungen gehetzt wird – solange müssen wir auch für das Existenzrecht jener Kunstwerke eintreten, die sich unserem persönlichen Geschmack und Kunstbegriff entziehen. In diesem Sinne ist das Motto der Secessionisten heute so aktuell wie im Gründungsjahr 1879: ‚Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit.’

Ich bitte all jene, denen die Freiheit der Kunst am Herzen liegt und die Primitivität der FPÖ am ... geht darum, der neuen Facebook-Gruppe "Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit." beizutreten. Auch die Secessionisten sind bereits Mitglieder;-)

25. Februar 2010

"Rock the Island - Talent Contest": Ein Gig am Donauinselfest mit der eigenen Band

rocktheisland
Das Wiener Donauinselfest ist das größte Open Air Festival der Welt, ein Event der Superlative. Heuer wird es für Bands möglich sein, sich einem Voting zu stellen und sehr attraktive Slots auf großen Bühnen wie der FM4/Planet.tt-Bühne, der Eutopia-DJ/VJ-Bühne, der EGA/Radio Arabella-Bühne, der Radio Wien/Krone-Festbühne, der ATV/Antenne-Rock-Bühne oder der Radio Energy/MTV-Bühne gewinnen.

Sascha Kostelecky, Projektleiter des Donauinselfestes dazu: "Erstmals kann das Publikum das Line-Up des größten Open Air Festival Europas mitbestimmen. Erstmals können sich Bands und KünstlerInnen für einen Auftritt am Donauinselfest dem Voting des Publikums stellen - und damit einer breiten Öffentlichkeit präsentieren".

Die insgesamt 26 SiegerInnen aus den zum Programm der jeweiligen Bühnen passenden Musikkategorien treten zwischen Freitag, dem 25. Juni und Sonntag, dem 27. Juni am Donauinselfest 2010 auf. Zwischen 15 Uhr und 19:30 Uhr sind auf sechs der größten Bühnen Time-Slots (das sind die freigehaltenen Spielzeiten auf den Bühnen) für die
SiegerInnen des "Rock the Island - Talent Contests" reserviert.

So Vielfältig das Musikangebot am Donauinselfest ist, so vielfältig ist auch die Anzahl der Musikkategorien, in denen man beim "Rock the Island - Talent Contest" antreten kann. Für den "Rock the Island - Talent Contest" sind Bands, KünstlerInnen und DJs aus den Kategorien Hip Hop, Alternative, Indie, Electronic, House, Pop, Rock, Latin, Soul und melodiöser Hard Rock gesucht.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des "Rock the Island - Talent Contests" müssen die jeweiligen Bühnenkriterien erfüllen. Danach erstellen sie auf plingg.com ein Bandprofil und laden Infos, Hörproben, Videos und Fotos hoch, um sich vor den VoterInnen bestmöglich zu präsentieren - und damit dem Live Auftritt am Donauinselfest ein Stück näher zu rücken.

Über die Seite www.donauinselfest.at führt ein Link auf die Donauinselfest-Seite des Festivalplaners plingg.com. Dort können registrierte UserInnnen von 24. Februar bis 24. April 2010 Punkt 14 Uhr abstimmen, welche Bands sie live am Donauinselfest erleben wollen. Auch das aktuelle Ranking ist auf dieser Seite abrufbar.

Die Besten des Votings ziehen in die jeweiligen Bühnen-Finali ein, die im Mai stattfinden. Ausnahmen bilden die Eutopia-DJ/VJ-Bühne, dort stehen die SiegerInnen nach dem Online-Voting fest, und die Radio Wien/Krone-Festbühne, wo noch eine Jury zur Bewertung hinzugezogen wird.

Im Mai finden die jeweiligen Finalevents für den Live-Auftritt am Donauinselfest 2010 statt. Bei den Finalevents müssen die Besten des Online-Votings zeigen, was sie live vor Publikum können. Die Entscheidung über die SiegerInnen treffen eine Jury und das anwesende Publikum nach dem Halbe-Halbe Prinzip.

23. Februar 2010

Nazar lässt die Bienen aus

NazarDer Wiener Rapper Nazar veröffentlichte gemeinam mit RAF CAMORA sein neues Video KILLABIZZZ. Das ist Musik mit dem richtigen Gespür für die Strassen einer urbanen Metropole. Die eingängige Hook Line tanzt auf treibendem Beat, Nazar rockt.

NAZAR & RAF CAMORA - KILLABIZZZ


Von politisch unkorrekten Ausdrucksweisen möchte ich mich jedoch distanzieren, Nazar wird mich verstehen.

22. Februar 2010

FPÖ und Kultur vertragen sich nicht

SecessionDer Schweizer Künstler Christoph Büchel hat einen Nachtclub in die Secession gestellt. Daß so eine Kunstinstallation für Gesprächsstoff sorgen könnte ist wohl abzusehen. Aber den Vogel hat eindeutig wieder die Wiener FPÖ und ihr Kultursprecher (tatsächlich, die haben sowas) abgeschossen. Gerald Ebinger ist einer der ersten, die dem Künstler "auf den Leim gegangen sind" (Zitat: Ernst Woller, Kultursprecher der Wiener SPÖ). Ebinger entrüstet sich über einen angeblich von der Stadt subventionierten Swinger-Club und über Gang-Bang Parties.

element6Abgesehen davon, daß die Stadt keinen einzigen Cent für diese Ausstellung zahlt sondern so wie die Republik die Secession subventioniert kommt eine solche Kritik gerade aus der blauen Ecke ein wenig unglaubwürdig rüber: war es nicht der Wiener FPÖ-Obmann Hilmar Kabas, der im Rotlicht-Milieu ertappt wurde und sich damit herauszureden versuchte, er habe ja nur kontrollieren wollen, ob alles mit rechten Dingen zugeht...?

Eine solche Kunstinstallation hat selbstverständlich einen übergeordneten gesellschaftlichen Effekt, es soll wohl die tagtägliche Ausbeutung der Frauen zum Thema machen und zu einem Diskurs anregen. Ebinger wird und will sich an diesem nicht beteiligen, so wie das auch keiner in seiner Partei kann. Die Blauen werden sich darauf konzentrieren, bewußt mißzuverstehen und danaben zu interpretieren. Für einen echten Diskurs fehlt dort der Sinn für Kunst und Kultur und es fehlt das Bewußtsein, daß die Freiheit der Kunst ein demokratisches Gut ist, welches nie in Frage gestellt werden darf.

19. Februar 2010

Häupl: SPÖ ist die Antithese zur FPÖ

Wir sind das genaue Gegenteil zur FPÖ. Das ist auch eine große demokratische Verantwortung. Ein Anstreifen, ein Kopieren von Inhalten oder gar eine Koalition mit einer solchen Bewegung darf für die Sozialdemokratie nie in Frage kommen. Diese Festlegung - basierend auf sozialdemokratischen Grundwerten - gilt es immer und immer zu betonen, sowohl in die Partei hinein als auch in der Medienöffentlichkeit.

Häupl ist ein Antifaschist, es ist gut einen aufrechten Antifaschisten als Bürgermeister zu haben.

Da ich heuer selbst wegen Krankheit nicht in Rust sein konnte, freue ich mich über solche Videos und ich möchte es auch meinen Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten.

Bürgermeister Häupl bei SPÖ-Klubtagung

18. Februar 2010

Wien ist anders: Junge Rote dominieren

Der Medienhype um den blauen Clown ist schon fast unerträglich geworden. Manche Journalisten ließen sich gar dazu hinreißen, bewundernde Lobgesänge auf des Clown´s Ausgeh-Inszenierung zu verfassen und dabei jegliche journalistische Objektivität vermissen.

In Tirol oder Vorarlberg mag es sein, daß sich zu viele Junge mit dummen Lösungen zufrieden geben, Wien ist aber anders. Eine neue Umfrage unter 1000 Jugendlichen hat ergeben, daß die SPÖ klare Nummer eins ist, der Clown ist weit abgeschlagen auf dem 3. Platz hinter den Grünen. Kein Wunder: die roten Jugendorganisationen und die SPÖ-Wien selbst sind nicht nur vor Wahlen kontinuierlich präsent, bieten politische Ansprache und Events am Puls der Zeit. Die Wiener Stadtregierung und Bürgermeister Häupl machen durchwegs gute Jugendpolitik. Außerdem ist Häupl ein idealer Kandidat für junge Wienerinnen und Wiener. Es ist nämlich wesentlicher, daß man sich auf einen Politiker verlassen kann und daß man sich an ihm orientieren kann. Häupl ist ein Macher, der Clown ist wie er ist. Als der Clown vom Kaiser demontiert wurde, war offensichtlich, was für einer er ist: ohne seinen Einsager aus dem Off (Herbert Kickl, dem Mastermind) ist der Clown vollkommen aufgeschmissen, er bringt keinen intelligenten Gedanken hervor und offenbart zu allem Überdruß seine soziale Inkompetenz (weiß nicht wann er abtreten soll, bleibt Sekunden stehen, obwohl ihm der Kaiser schon längst einen Wink nach Draußen gewiesen hat...)

Jedenfalls hoffe ich, daß die Medienöffentlichkeit nicht mehr länger in die Clownfalle tappt und künstlich aus einem primitiven Angstmacher einen Messias stilisiert.

13. Februar 2010

Direkte Demokratie auf der Höhe der Zeit

Die wichtigste Aufgabe der kommenden Jahre?

Dreistufige-VolksgesetzgebungKann diese Frage überhaupt so gestellt werden? Es gibt doch viel „Wichtiges” zu tun. Akut hat die Finanz- und Wirtschaftskrise Fragen aufgeworfen, die von der etablierten Politik noch keineswegs beantwortet sind. Die ökologische Krise stellt uns vor nicht minder große Herausforderungen. Doch die Probleme, die sich aus den Krisen ergeben, werden allzu oft nur isoliert betrachtet und innerhalb der Logik der herrschenden Ideologien beantwortet. Dies wird zu keinen heilsamen Zielen führen.

Was nottut ist ein demokratischer Diskurs über die genannten „Lebensfragen” unserer Gesellschaften. Ein Diskurs, wie ihn - Doch was ist daraus geworden?! - Wolfgang Schüssel noch bevor er Kanzler wurde einmal anregte, als er sagte: „Wir brauchen dringend […] einen seriösen und vernünftigen Nachdenkprozeß, wie wir unsere […] Gesellschaft, unsere Politik und unsere politische Verfassung ändern, um den neuen Herausforderungen unserer Zivilisation am Beginn des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. […] Die politischen Eliten allein […] sind nicht in der Lage, eine neue Zivilisation zu schaffen. Dazu bedarf es der Kraft und Anstrengung der ganzen Gesellschaft. […] Daher muß es unser ausdrückliches Ziel sein, daß wir mit neuen Ideen, Projekten und mit neuen politischen Verfassungen diese Herausforderungen auch meistern.” Konkret werdend forderte Schüssel dazu auf, eine „neue Balance zwischen direkter und indirekter Demokratie zu finden”.*

In dieser bisher unerfüllten Forderung sehen wir die wichtigste, vordringlichste Aufgabe: Die zeitgemäße Ausgestaltung der Volksgesetzgebung als Ergänzung des Parlament­arismus hin zu einer komplementär-partizipatorischen Demokratie!

Die Gesetz­gebung sollte künftig nicht mehr ausschließlich durch die Volksvertretung erfolgen. Es sollte darüber hinaus jederzeit möglich sein, aus der Mitte der Rechtsgemeinschaft Ge­setzes­initiativen einzubringen, Initiativen, die - wenn sie im Parlament keine mehrheitliche Zustimmung fänden - über Volksbegehren zur Volksabstimmung gelangen können. Wobei diese Idee der dreistufigen Volksgesetzgebung eine verfassungsrechtlich zu regelnde „Medienbedingung” vorsieht: Vor der Abstimmung müsste in den Massenmedien zum Gegenstand des Entscheids die freie und gleichberechtigte Information und Diskussion über das Pro und Kontra stattfinden.

So könnten Schritt für Schritt die neuen gesetzlichen Grundlagen gefunden werden, um den „Herausforderungen unserer Zivilisation” im Einzelnen wie im Ganzen gerecht zu werden: Ausgehend von einer Idee zu einer neuen Gesetzgebung (Initiative), im Abwägen darüber, ob diese Idee von der Rechts­ge­mein­schaft insgesamt gewollt sein könnte (Begehren), bis hin zu der Bildung des Gemeinwilles im Volksentscheid und der ihm vorausgehenden „Volksdiskussion”.

Die dreistufige Volksgesetzgebung wird seit einigen Jahren aus der österreichischen Zivilgesellschaft heraus gefordert und ist in der letzten Legislaturperiode dem Nationalrat als Bürgerinitiative vorgelegt worden (s. www.volksgesetzgebung-jetzt.at).** Ziel ist es, den Parlamentarismus durch die dreistufige Volksgesetzgebung zu einer komplementär-partizipatorischen Demokratie zu ergänzen, um dadurch der Grund­forder­ung des Art. 1 unserer Verfas­s­ung gerecht zu werden: „Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus.”

Dieser Text ist ein Beitrag in der Februarausgabe der Bunten Zeitung. Verfasser: Gerhard Schuster (zapata33.com), Peko Baxant

Die zu diesem Text geführte Maildiskussion der Redationsmitglieder kann hier eingesehen werden: http://www.videopresse.at/wcms/ftp//v/videopresse.at/uploads/bz12010_66-69_diskussion.pdf

* Denkpfeiler ins 21. Jahrhundert - Österreich Zukunftsreich, 1999

** Ein aktuelles Projekt in Deutschland, wo seit 1983 für die dreistufige Volksgesetz­gebung gearbeitet wird, findet man hier: www.volksgesetzgebung-jetzt.de. Es kann von allen Menschen - deutschen wie nicht-deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern - unterstützt werden.